Daten

Einleitung

Der Begriff Daten wird mit unterschiedlichen Bedeutungen verwendet. Vom Einsatz als Mehrzahl von „Datum“ über die Bedeutung in der Informationstechnologie wird auch der Zusammenhang von Daten und Informationen, die verschiedenen Arten von Daten im wissenschaftlichen Bereich sowie der Schutz von Daten besprochen. Für eine Interpretation des Begriffes ist daher der Kontext von zentraler Bedeutung.

Daten als Mehrzahl von Datum

Die Pluralform des Wortes „Datum“ im Sinne von Kalenderdatum ist unüblich, folgt aber anderen Pluralformen wie Faktum/Fakten, Skriptum/Skripten. Um diese Form zu vermeiden, wird häufig der Begriff „Termine“ verwendet.

Daten in der Informationstechnologie

In der Informationstechnologie steht der Begriff Daten für maschinen-lesbare und bearbeitbare !Repräsentationen von Informationen. Diese Informationen sind meist in Zeichen oder Zeichenketten kodiert. Die Regeln für den Aufbau der Zeichenketten müssen bekannt sein, um aus den Daten (Zeichenketten) wieder Informationen zu gewinnen. Das meist digitale Abspeichern von Daten erfolgt binär.

Ein Beispiel: Die Zahl '35' wird zunächst kodiert als hexadezimale Codes 33h und 35h. Dafür wird eine Übersetzungstabelle (ASCII-American Standard Code for Information Interchange) verwendet, in der alle möglichen Buchstaben, Ziffern und Satzzeichen in einem Raster von 128 Möglichkeiten angegeben sind. Die Zahl 128 entspricht dabei den Möglichkeiten an Kombinationen der !Zustände 0 oder 1 (Bit) in einer Folge von 8 Einheiten (Byte), wobei die erste Stelle dieser Zeichenfolge verschiedene Übersetzungstabellen bezeichnet.

Nun werden diese beiden Zeichen (Bytes) auf 8 binäre !Zustände (Bits) umgewandelt. Dabei ergibt der Hex-Code 33 die Zeichenfolge 00110011 und der zweite Code 35 die Folge 00110101.

Diese beiden Zeichenfolgen können nun digital abgespeichert werden. Dabei kommen magnetischen Verfahren (Festplatten, Bänder, …) oder optische Verfahren (CD, DVD, …) zur Anwendung. Früher wurden auch mechanische Verfahren (Lochkarten, Lochstreifen) angewendet.

Bei der Dekodierung muss nun einerseits bekannt sein, dass es sich bei der digital gespeicherten Information um eine binäre Zeichenfolge handelt, und wo sie beginnt und endet.

Mit diesen Informationen kommt man wieder auf das Ergebnis 35.

Damit aus diesen Daten (35) wieder Informationen werden können, sind aber die Regeln für den Aufbau der Zeichenkette entscheidend. Dort wird nämlich festgelegt ob es sich bei diesen beiden Stellen einer Zeichenkette um das Alter einer Person, die Hausnummer oder den Lagerbestand an Regenschirmen handelt.

Daten - Informationen

Als Daten werden symbolische !Repräsentanzen von Sachverhalten bezeichnet: Auf einem digitalen Thermometer wird der ablesbare Wert von 25° Celsius angezeigt. (vgl. Müller 1997).

Erst durch die Bündelung dieser Daten in einer propositionalen Struktur entstehen Informationen: Die Aussage: „In München sind es heute, am 27.7.1996 um 13.00 Uhr, 25 ° Celsius im Schatten“ ist eine Information im Sinne dieser Definition (vgl. Müller 1997).

Daten - Wissenschaft

Als Ergebnisse von Forschungsbemühungen stehen Daten in verschiedenen Datenformen zur Verfügung. Da man mit unterschiedlichen Sinnen und Instrumenten beobachten kann, ergeben sich daraus unterschiedliche Formen von Daten. Einerseits werden qualitative (nicht standardisierte) Daten von quantitativen (standardisierten, numerischen) unterschieden, andererseits kann man innerhalb der qualitativen Daten verschiedene Formen unterscheiden. Diese Formen beziehen sich einerseits auf die menschlichen Sinne (z.B. visuell, akustisch) und andererseits auf die Art der Datendokumentation (deskriptiv, auditiv, visuell, audio-visuell) (vgl. Halbmayer 2008).

Datenschutz

Unter besonderen rechtlichen Schutz fallen Daten dann, wenn sie einen Bezug zu Personen und damit auch einen Informationscharakter im Sinne der Definition von Müller haben. Die Tatsache, dass Herr Mayer eine Kreditkarte von VISA verwendet, ist ein Beispiel dafür. In den deutschsprachigen Ländern gibt es für den Schutz von personenbezogenen Daten vor Missbrauch unterschiedliche gesetzliche Regelungen.

Für Österreich ist das Datenschutzgesetz 2000 (DSG 2000) ausschlaggebend. Zu besonderen Spannungen kommt es dann, wenn das berechtigte Schutzinteresse der Daten einer sinnvollen, ja oft lebensrettenden Transparenz gegenüber steht. So ist es erst seit einigen Monaten und immer noch umständlich möglich, Handy-Geheimnummern zu orten, wenn !Einsatzkräfte den Aufenthaltsort des Hilfesuchenden nicht kennen.

Literatur

Capurro, R. (1998). Information. Ein Beitrag zur etymologischen und ideengeschichtlichen Begründung des Informationsbegriffs. München: Saur.

Janich, P. (2006). Was ist Information? Kritik einer Legende. Frankfurt am Main: Suhrkamp.

Müller, A.v. (1997): Denkwerkzeuge für Global Player. In: Krystek U., Zur E., Hrsg.: Internationalisierung. Eine Herausforderung für die Unternehmensführung. Berlin: Springer.

Oeser, E. (1976). Wissenschaft und Information, 3 Bde. Wien: Oldenbourg.

Internetquellen

American Standard Code for Information Interchange . Verfügbar unter http://www.goascii.de/ Stand: 2008-06-16.

Capurro, Rafael: Einführung in den Informationsbegriff. Verfügbar unter http://www.capurro.de/infovorl-kap1.htm Stand: 2008-06-16.

Datenschutzgesetz 2000 (DSG 2000), BGBl. I Nr. 165/1999 (Verfügbar unter http://www.dsk.gv.at/dsg2000d.htm Stand: 2008-06-29.

Halbmayer, E: Qualitative Methoden der Kultur- und Sozialanthropologie. Verfügbar unter http://www.univie.ac.at/ksa/elearning/cp/qualitative/qualitative-11.html Stand: 2008-06-16.