Abstraktion

Wortherkunft

Der Begriff Abstraktion stammt aus dem Lateinischen abstrahere, das soviel bedeutet wie „abziehen“, „loslösen“.

Definition Abstraktion

Abstraktion bezeichnet einen Vorgang des Denkens. Dabei wird von einem konkreten Objekt ausgegangen. Dieses Objekt wird dann zu einem neuen abstrakten, also zu einem allgemeinen Objekt geformt. Daraus folgend werden von dem konkreten Objekt auch seine konkreten Eigenschaften durch allgemeine Eigenschaften ersetzt. Beispiel: Hund ist abstrakter als Pudel, weggelassen werden u.a. das Kleinsein und das Kraushaar des Pudels. (aus www.hyperkommunikation.ch/lexikon/abstraktion.htm)

Abstraktion besteht aus Verallgemeinerungen. Dabei werden unwichtige Gesichtspunkte ausgelassen und das Wichtige beibehalten.

Nach Schopenhauer ist die Abstraktion „[…] ein Abwerfen unnützen Gepäcks, zum Behuf leichterer Handhabung der zu vergleichenden und darum hin und her zu werfenden Erkenntnisse. Man lässt nämlich dabei das viele Unwesentliche, daher nur Verwirrende, der realen Dinge weg, und operirt mit wenigen, aber wesentlichen, in abstracto gedachten Bestimmungen.“ (Erhard Oeser, S.16)

Durch die Abstraktion können wir die Welt in Wichtiges und Unwichtiges einteilen. Je abstrakter etwas ist, desto mehr ist man mit dem Sinn beschäftigt und nicht mit der Bedeutung. Daher kann man sagen, die Abstraktion ist ein Mittel der Erkenntnis. Locke meint dazu, dass die Abstraktion als verkürzten Weg zur Erkenntnis zu verstehen ist. Er sagt, dass der Verstand einen langen und schweren Weg zur Erkenntnis machen muss. Deshalb ist es für den Menschen leichter sich nicht mit Einzelheiten aufzuhalten, sondern nur mit dem Wesentlichen. Abstraktion ist also die Voraussetzung für eine Erkenntnis (Erkenntnistheorie). Außerdem kann Abstraktion nur ein wissender und reflektierender Mensch vollziehen.

Kritik an Abstraktion

Abstraktion wird von ihr selbst generalisiert und hebt sich damit selbst auf. Die Abstraktion ist also dialektisch, d.h sie ist kein Verfahren, das Linearität und Eindeutigkeit beherrscht, sondern sie ist vielmehr ein Verfahren, dass die Grundsätzlichkeit+ von Begriff und Wirklichkeit, Theorie und Praxis vermittelt.

Abstraktionsstufen

a) Empirische Abstraktion In dieser ersten Stufe distanziert man sich zuerst von der sinnlichen Wahrnehmung. Hier werden Kategorien und Subkategorien gebildet. Somit bildet die empirische Abstraktion die Generalisierung und die Abstraktion isoliert den Untersuchungsgegenstandes.

b) Transzendentale Abstraktion Transzendentale Abstraktion trennt die Begriffe von der Anschauung.

Hier entstehen das Schema zur Idee und die Erkenntnis.

c) absolute Abstraktion Zentrale Begriffe sind hier die Idee und die Sprache.

Die Sprache bedeutet hier, der Übergang von Theorie und Praxis.

Die Idee hingegen ist die Verschmelzung von Theorie und Praxis.

Literatur

DUDEN Deutsches Universalwörterbuch

Begriff und Systematik der Abstraktion: Erhard Oeser, Verlag R. Oldenbourg Wien und Münschen 1969

www.hyperkommunikation.ch/lexikon/abstraktion.htm 9. Juli 2008; 09:10 Uhr

http://de.wikipedia.org/wiki/Abstraktion 9. Juli 2008; 08:40 Uhr

Einführung in die Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie. Geschichte und Praxis der konkurrierenden Erkenntniswege Eberhard, Kurt; W. Kohlhammer, Stuttgart, Berlin, Köln, Urban- Taschenbücher; Bd. 386