Verifikation
Das Wort Verifikation stammt vom lateinischen Begriff veritas ab, der so viel wie Wahrheit oder Richtigkeit bedeutet. (vgl. Albert, M.. Latein Wörterbuch)
Im heutigen Sprachgebrauch versteht man darunter die Bestätigung, Beglaubigung und Überprüfung von Hypothesen und Untersuchungsergebnissen. (vgl. Langenscheidt Fremdwörterbuch).
Der Begriff Verifikation kann sich auf unterschiedliche Themenbereiche beziehen
1. Verifikation im bildungssprachlichem Kontext Der Begriff wir synonym mit dem Wort Darlegung verwendet und beschreibt die Bestätigung einer Hypothese und deren Richtigkeit.
2. Verifikation in der Datenverarbeitung Hier bezieht sich die Verifikation auf den formalen Nachweis der Richtigkeit von (Software und Hardware) Rechen- und Datensystemen, dass heißt die Übereinstimmung vom jetzigen und vom gewünschten Zustand.
3. Verifikation im Militärwesen Bezeichnet die Überwachungsmaßnahmen zur Kontrolle von Abrüstungs- und Rüstungskontrollabkommen. Die in den Verträgen fixierten Regeln werden als Verifikation – Regime bezeichnet, Methoden zur Überwachung sind technisch Überwachungssysteme, wie Satelliten, Manöverbeobachter und Inspektoren.
4. Verifikation in der Philosophie – Wissenschaftstheorie Im Allgemeinen wird darunter der Wahrheitsgehalt von Aussagen verstanden. Die Wissenschaftstheorie konzentriert sich dabei vor allem auf empirische Aussagen, denn für allgemeine gibt es keine fixen Richtlinien. Die ersteren dagegen können mithilfe von Beobachtungen oder Experimenten überprüft werden. Die Gültigkeit einer Aussage mithilfe der Verifikation zu untermauern geschieht theoretische, dass heißt, dass die Überprüfung mithilfe von Basis- oder Beobachtungssätzen geschieht, die logisch schlüssig sein müssen. Dies gilt als wichtigstes Kriterium. Im frühen logischen Empirismus wird davon ausgegangen, dass Wissenschaft erst durch die Verifikation sinnvoll ist und wird. Somit werden metaphysische Sätze komplett abgelehnt. (vgl. Brockhaus Enzyklopädie. 1994. S. 213)
Anwendungen in der Wissenschaft
Grundsätzlich gibt es in der Forschung zwei „klassische“ Wissenschaftsauffassungen.
1. Den Positivismus und Empirismus, der vor allem durch den Wiener Kreis vertreten wurde und bei der Forschungsarbeit vorwiegend mithilfe der Verifikation vorgeht
2. Kritische Rationalismus, der im engen Zusammenhang mit der Person Karl Popper zu bringen ist und die Falsifikation von Hypothesen eine wichtige Rolle spielt.
Positivismus: Beim Positivismus versuchen die Forscher möglichst exakt bei der Untersuchung eines Gegenstandes vorzugehen. Es geht dabei vor allem darum, etwas zu bestätigen, oder zu untermauern. Hier wird versucht eine Hypothese durch möglichst viele Beobachtungen als gültig zu erklären. Bei der angeführten Methode wird vorwiegend induktiv vorgegangen. Sie bietet einen enormen Erkenntnisfortschritt und ist vor allem für neue Disziplinen typisch. Durch diese Methode entsteht jedoch ein Problem, das so genannte Induktionsproblem. Denn Empirie alleine bringt noch keine Bestätigung. Erst wenn alles erforscht ist, würden die einzelnen Aspekte als unwiderlegbar gelten.
Kritischer Rationalismus: Karl Popper erkannte das Induktionsproblem und die Unlösbarkeit durch des Positivismus. Deshalb vertrat er den kritischen Rationalismus. Dabei ist man sich der Problematik bewusst, dass man niemals sicher sein kann und versucht möglichst kühne Hypothesen aufzustellen und diese zu widerlegen/zu falsifizieren.
Gegenüberstellung von Positivismus und kritischen Rationalismus anhand eines Beispiels:
Hypothese: Alle Schwäne sind weiß. Positivismus: Suche nach möglichst vielen weißen Schwänen, um die Annahme, „Schwäne sind weiß“ zu bestätigen. kritischer Rationalismus: Es muss nur ein Schwan gefunden werden, der nicht weiß ist, um die Hypothese zu widerlegen. Problem im Zusammenhang mit dem Positivismus: eingeschränkte Wahrnehmung. Es werden nur die Dinge bemerkt, nach denen man sucht. Andersfarbige Schwäne werden also gar nicht wahrgenommen.
Quellenangaben:
ALBERT, M.. Latein Wörterbuch. Abruf am 7.6.2009, verfügbar unter http://albertmartin.de/latein/?q=veritas
Brockhaus Enzyklopädie. (1994) (19. völlig neu bearbeitete Auflage. 23. Band). FA Brockhaus. Mannheim
LANGENSCHEIDT Fremdwörterbuch [Electronic Version]. Abruf am 7.6.2009. verfügbar unter http://services.langenscheidt.de/fremdwb/fremdwb.html
LINDENTHAL, M. (21.11.2008). unveröffentlichtes Folienskript zur Vorlesung: Einführung in die Psychologie 1, Institut für Psychologie. LFU – Innsbruck.