Symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien
# Luhmanns Systemtheorie
Der ursprünglich von Talcott Parsons geprägte Begriff der symbolisch generalisierten Kommunikationsmedien wurde von Niklas Luhmann für dessen Systemtheorie adaptiert.
Luhmann geht davon aus, dass sich in komplexen und arbeitsteiligen Gesellschaften operational geschlossene, soziale Subsysteme bilden, die spezielle Aufgaben übernehmen. Dadurch wird gesamtgesellschaftlich Komplexität reduziert, jedoch systemintern eine erhöhte Komplexität aufgebaut. Als Subsysteme benennt Luhmann Wirtschaft, Politik, Religion, Kunst, Recht, Wissenschaft, Erziehung, Familie/Intimbeziehung und die Massenmedien.
# Unwahrscheinlichkeit der Kommunikation
Luhmann geht weiter davon aus, dass mit zunehmender Höherentwicklung von Gesellschaften die Wahrscheinlichkeit von Kommunikation sinkt. Die Unwahrscheinlichkeit der Kommunikation bezieht sich auf:
das Verstehen das Erreichen des Adressaten den Erfolg (Annahme der Mitteilung und Anschlusskommunikation)
Während Sprache auf das Problem des Verstehens reagiert und Massenmedien die Erreichbarkeit gewährleisten, ist es Aufgabe der symbolisch generalisierten Kommunikationsmedien den Erfolg der Kommunikation zu gewährleisten.
„ Sie (…) übernehmen die Funktion, die Annahme einer Kommunikation erwartbar zu machen in Fällen, in denen Ablehnung wahrscheinlich ist. (…).Sie reagieren damit auf das Problem, dass mehr Information normalerweise weniger Akzeptanz bedeutet. “ (Luhmann 1997, S. 316) .
# Funktionssysteme und Kommunikationsmedien
Jedes der Subsysteme verfügt nach Luhmann über ein eigenes Kommunikationsmedium, welches quasi als Währung fungiert. Beispiele dafür sind:
| Funktionssystem | Kommunikationsmedium |
|---|---|
| Wirtschaft | Geld |
| Politik | Macht |
| Religion | Glaube |
| Kunst | Schönheit |
| Justiz | Recht |
| Wissenschaft | Wahrheit |
| Familie/Intimbeziehung | Liebe |
| Massenmedien | Information |
Luhmann bezeichnet die symbolisch generalisierten Kommunikationsmedien in Abgrenzung zu den Verbreitungsmedien (Fernsehen, Presse) als Erfolgsmedien. Sie sind dual kodiert (z.B. Geld/kein Geld, Recht/Unrecht), was die Möglichkeiten des Anschlusses einschränkt und die Wahrscheinlichkeit der Annahme erhöht.
# Literatur
- Luhmann, Niklas: „Die Gesellschaft der Gesellschaft“, erster und zweiter Teilband, Frankfurt am Main 1997
- Berghaus, Margot: „Luhmann leicht gemacht“, Köln 2003
- Weber, Stefan: „Theorien der Medien. Von der Kulturkritik bis zum Konstruktivismus“, Konstanz 2003
- Bohn, Cornelia: „Die Medien der Gesellschaft“, in Michael Jaeckel (Hg.): „Mediensoziologie“ (S 365-377), Wiesbaden 2005