Medien und Schule

1. Kulturelle und technische Grundaspekte

Wenn sich die Definition des Medienbegriffs zum einen auf die grundsätzliche Funktion der Medien als Teil eines Kommunikationsprozesses und zum anderen auf den generellen Technikbegriff bezieht, so ist zu bedenken, dass es sich hierbei keineswegs um eine dauerhafte, statische Beschreibung handeln kann, sondern, dass sich diese immer wieder auf die aktuelle technische und kulturelle Entwicklung zu beziehen hat. Die Schule hat sich dem Tempo dieser Entwicklungen nicht nur möglichst schnell anzupassen, sondern sollte als Vorreiter fungieren, um die SchülerInnen auf die Bewältigung des alltäglichen Lebens gut vorzubereiten. LehrerInnen steht eine ganze Palette verschiedener Medien zur Verfügung. Der Fokus wird allerdings besonders auf die neuen Medien gerichtet, da diese inzwischen zum festen Bestandteil des Lebens geworden sind. Heute werden Schlüsselqualifikationen im Umgang mit dem Internet nicht nur im Hinblick auf ein zukünftiges Studium oder zur Erlangung bestimmter beruflicher Qualifikationen verlangt, sondern auch zur Bewältigung des alltäglichen Lebens sind Kenntnisse auf diesem Gebiet zur Notwendigkeit geworden. Im Angebot interaktiver, berufsbezogener Anwendungen ist ein großes didaktisches Potential entstanden, das zwar eine Herausforderung aber auch eine Chance darstellt. Lehrpersonen können ihr Repertoire erweitern und neue Ressourcen erschließen. Im Vergleich zu den „alten Medien“ entsteht die Möglichkeit durch Interaktionen die Eigeninitiative zu ergreifen. Neue Kommunikationsformen werden dadurch geschaffen. Der Austausch von Informationen kann ohne Rücksicht auf geografische oder soziale Grenzen stattfinden und ermöglicht das altbekannte „Sender – Empfänger“ Schema aufzuheben. Die Auswirkungen auf die Schule werden einerseits euphorisch umschrieben, das heißt, allzeit verfügbare Informationen, und die Möglichkeit, dass Bildung in Zukunft für jeden an jedem Ort zugänglich sein wird, wird sehr geschätzt. Dennoch kann mancherorts auch eine pessimistischere Haltung eingenommen werden, weil auch die Vermutung, die abendländische Kultur würde verfallen, vertreten wird. Zudem lehnen einige Lehrende, laut Forschungsergebnissen, die Abhängigkeit von Technologie ab. Unübersehbar ist ein Konkurrenzdenken zwischen Schülern und Lehrern zu erkennen, da viele SchülerInnen sehr gut mit neuen Medien umgehen können. Die meisten konnten bereits in jungen Jahren, etwa durch Computerspiele, Erfahrungen sammeln. Schulen, in denen neue Lehr- und Lernformen praktiziert werden, können nicht umhin, die ganze Palette der Medienvielfalt im Unterricht einzusetzen. Im Sinne der der Eigenständigkeit von Schülern müssen diese von technisch versierten Lehrpersonen unterrichtet werden, damit sie wiederum in offenen Unterrichtssequenzen Erfahrungen sammeln können, um diese etwa in Portfolios produktiv umzusetzen.

2. Intensivierung mediengestützter Verwaltungsbürokratie

Das „Schulsystem ist in Form einer Verwaltungsbürokratie organisiert: die Ämter sind hierarchisch übereinander geordnet, und das ihnen je zukommende Maß an Kompetenz und Verantwortung ist genau festgelegt. Dabei führen die unteren Instanzen aus, was die oberen planen und anordnen. Unter anderem sind dem Lehrer die allgemeinen Unterrichtsziele, die Zusammensetzung und Größe der Schülergruppe und die Größe der Handlungseinheiten (Dauer der Unterrichtsstunde, Anzahl der Stunden, Länge des Schuljahres etc.), d.h. die formale Basis seines pädagogischen Handelns, vorgegeben“. (Spöttl) Mittels Internet werden sämtliche Anweisungen, Ausschreibungen und schulrelevanten Informationen an Lehrende weitergeleitet. Dieser Fortschritt reduziert allerdings weder den Papierverbrauch, noch kann von Arbeitsersparnis gesprochen werden. Zudem ist die hierarchische Kontrolle größer geworden. Je technisierter das Umfeld, desto enger wird das Korsett geschnürt, Flexibilität oder Eigenverantwortung werden im Schulsystem kaum Raum gegeben.

3. Werbung in der Schule – Werbung für die Schule

Von Rechtswegen sollen Schulen werbefreie Zonen darstellen. Trotzdem hat die Schule die ihnen anvertrauten Schüler zu kritischen Konsumenten zu erziehen. Kinder können nämlich, je jünger sie sind, den Unterschied zwischen Werbung und Kindersendungen kaum erkennen. Werbung ist ein zentraler und alltäglicher Bestandteil der modernen Marktwirtschaft. Ist ihnen klar, wie bei ihnen Kaufwünsche geweckt werden? Das Schulleitbild, inzwischen ein fixer Bestandteil auf der Homepage jeder Schule soll als werbewirksames Profil einer Schule fungieren. Besonders Hauptschulen haben sich Schwerpunkte gesetzt um für möglichst viele Kinder interessant zu sein. Besonders in Städten stellen Gymnasien von Jahr zu Jahr eine größere Konkurrenz dar.

4. Didaktische Veränderungen

•Die Auswahl und Bewertung elektronischer Lernhilfen hinsichtlich ihrer didaktischen Qualität und Eignung für den Unterricht. •Erstellen von differenzierten Lernangeboten, die individuelle Zugänge bieten. Berücksichtigung altersspezifischer Besonderheiten. •Didaktische Gestaltung von Lernsequenzen und Lernumgebungen zur Förderung der Eigenständigkeit •Einsatz von E- Learning •Selbstständiges Erarbeiten von Port Folios. •Auswahl von Lernzielen und Lernzielkontrollen. Anhand welcher objektiven Kriterien kann der Lernerfolg gemessen werden? •Unterricht (Lehren und Lernen) mit PC und Notebook

5. Relation Alltagskultur – schulische Lernkultur

Sowohl schulische als auch außerschulische Felder tragen zur kulturellen Bildung bei. Zum Schulunterricht zählen alle musisch – kulturellen Fächer, Formen fächerübergreifender Projekte, Jugendkunst, Musikschulen, kulturelle Kinder- und Jugendarbeit. Das Lesen wird momentan in der Schule schwerpunktmäßig gefördert. Im Alltag soll die Aufmerksamkeit auf Jugendklubs, auf die Musikszene und auf die elektronischen Medien mit dem Internet und interaktiven Computerspielen gelenkt werden. Wesentlich ist, ob Dialoge geführt werden und welcher Austausch zwischen unterschiedlichen, kulturellen Traditionen stattfindet. Ob mittels moderner Kommunikations- und Informationsmedien die Migrationsprozesse sich qualitativ verbessert haben. Welche Bedeutung kommt dem Lesen im Umfeld der Familie zu, welche Fernsehprogramme werden hauptsächlich gewählt? Welche kulturellen Freizeitaktivitäten werden in der Familie gepflegt, wie z. Bsp. Museums-, und Theaterbesuche, wird musiziert, wie viel Zeit verbringen einzelne Familienmitglieder vor dem Computer?

6. Literaturangaben:

1.) Lauffer, J., Volkmer, I.(Hrsg.): Kommunikative Kompetenz in einer sich verändernden Medienwelt, (1995), Opladen

2.) Hornung, Hermann (Hrsg.): Die Hauptschul-Fundgrube, (1997), Cornelsen Verlag

3.) Schmidt, S.: Lernen, Wissen, Kompetenz, Kultur, (2005), Carl-Auer Verlag

7. Links