Mediensoziologie

Die Mediensoziologie befasst sich als Teilgebiet der Soziologie mit den Auswirkungen von Medien auf gesellschaftliche Prozesse. Hier werden die sozialen und kulturellen Zusammenhänge untersucht, mit denen Medien in der Gesellschaft eingesetzt werden und funktionieren. Die Mediensoziologie schafft somit eine neue Beziehung, nämlich die zwischen Medien, gesellschaftlichen Strukturen und sozialen Wirkkräften.

Ein Themengebiet der Mediensoziologie umfasst die Untersuchung der Wirkung von Massenmedien auf die Gesellschaft. Hier können als eine der ersten Mediensoziologen die beiden Vertreter der Frankfurter Schule Theodor W. Adorno und Max Horkheimer genannt werden, die bereits 1944 mit der Publikation 'die Dialektik der Aufklärung' die Medien als einen Teil der Kulturindustrie darstellen, der durchwegs negative Auswirkungen auf gesamtgesellschaftspolitische Verhältnisse hat (vgl. Horkheimer, Adorno 1969).

Ebenso werden die sozialen Folgen von Medienwirkungsprozessen untersucht, wie etwa die Auswirkungen alltäglicher Mediennutzung. Doch nicht nur die passive Nutzung der Medienangebote, sondern auch die Möglichkeit der Partizipation einzelner Menschen, Gruppen, Interessensvertretungen etc. sind Gegenstand des Interesses.

Da der Alltag immer mehr von Medien beherrscht wird, werden die Alltagsmuster analysiert und deren Veränderungen auf die Beeinflussung durch moderne Kommunikationsmittel zurückgeführt. Am besten untersucht sind derzeit alle Bereiche, die gesellschaftlich um das Thema Fernsehen kreisen mit allen Nebenerscheinungen wie dadurch hervorgerufene Gewaltausübung, Verrohung der Kinder, etc.

Hier jedoch muss immer beachtet werden, dass der Begriff „Medium“, bzw. „Medien“ nicht nur die modernen Unterhaltungs- und Kommunikationsmedien umfasst wie Computer, Fernsehen, Handy und Internet, sondern etwa auch Graffiti, Flugblätter, Fotografie, etc., also alles, was eine Beziehung zwischen einem Sender und einem Empfänger herstellt. Ein Medium erfüllt nur dann seinen Zweck, wenn auf der einen Seite aktiv Sender produzieren, auf der anderen Seite Rezipienten empfangen. „Die kommunikativen Unwahrscheinlichkeiten, nämlich: Verstehen, Erreichen des Adressaten und Erfolg der Kommunikation, werden, so die Annahme, mittels der Kommunikationsmedien Sprache, Schrift, Buchdruck, elektronische Medien und symbolisch generierter Kommunikationsmedien in Wahrscheinlichkeiten transformiert“ (Bohn 2005, S. 366 f.). Somit handelt es sich um einen gesellschaftlichen Prozess, da ein Medium, egal um welches es sich handelt, immer mindestens zwei Menschen, die miteinander in Interaktion stehen, umfassen muss, um seinen Zweck zu erfüllen.

Quellenverzeichnis

Literatur

• Bohn, Cornelia 2005: Die Medien der Gesellschaft. In: Jäckel, Michael (Hg.) (2005): Mediensoziologie. Grundfragen und Forschungsfelder. Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss. (Reihe Lehrbuch).

• Adorno,Theodor W.; Horkheimer, Max (1969): Dialektik der Aufklärung. Philosophische Fragmente. Frankfurt am Main: Fischer

Weiterführende Literatur

• Hüther, Jürgen; Schorb, Bernd (Hg.) (2005): Grundbegriffe Medienpädagogik. München: kopaed. • Jäckel, Michael (Hg.) (2005): Mediensoziologie. Grundfragen und Forschungsfelder. Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss. (Reihe Lehrbuch).

• Neumann-Braun, Klaus; Müller-Doohm, Stefan (Hg.) (2000): Medien- und Kommunikationssoziologie. Eine Einführung in zentrale Begriffe und Theorien. Weinheim: Juventa-Verl. (Reihe Grundlagentexte Soziologie).

• Ziemann, Andreas (2006): Soziologie der Medien. Bielefeld: transcript-Verl. (Reihe Einsichten).

Internetverzeichnis