Medienästhetik
Allgemein lässt sich erwähnen, dass es sich bei diesem Begriff um ein Paradigma handelt, das alle kreativen Disziplinen beherrscht. Sie ist sozusagen eine Ästhetik der Attraktion. (vgl. Internet 2) Sie bietet grundlegend zwei Perspektiven, die produktions- und rezeptionsästhetische Perspektive. Ersteres beinhaltet die technische Seite und Kunst und Medien in der Praxis. Bei der rezeptionsästhetische Perspektive geht es hauptsächlich um die Wirkung der Medien und um die Formen der Wahrnehmung und ihreVerdrängung. (vgl. Internet 3)
Im Weiteren nun einige Erläuterungen verschiedener Autoren zu dem Paradigma der Medienästhetik. Spricht man in Bezug auf „Medienästhetik“ von audiovisuellen Medien, so kann man unter dem Wort „Ästhetik“, im Sinne des griechischen Wortes „aisthanesthai“ (= wahrnehmen), eine „Wahrnehmungsform der Medien“ verstehen.
„Jede Form des audiovisuellen Ausdrucks besitzt eine spezifische, ihr zugrundeliegende und nur ihr eigene Weise der Wahrnehmung. Diese ist nicht identisch mit dem, was gezeigt oder gesagt wird. Sondern sie besitzt ihre Spezifik in der Art und Weise, wie sie die ihr eigenen Möglichkeiten und Fähigkeiten, ihre Techniken, ihre Mittel zur Verarbeitung von vorgegebenen oder hergestellten Materialien einsetzt“ (Schnell 2000, S. 11). Demnach steht in der Medienästhetik das WIE dieser Wahrnehmung im Mittelpunkt. (vgl. ebd., S. 11)
Yvonne Spielmann spricht in ihrem Artikel von einer eng beieinander liegenden historischen Ebene des Kunst- und Medienbegriffs. Sie ist „Professor of Visual Media“ (Internet 1) an der Kunstuniversität in Braunschweig und allgemein liegt ihr Fachgebiet in der Medienwissenschaft. (vgl. Internet 1) Spielmann geht davon aus, dass sich die Herausbildung medienwissenschaftlicher Diskurse dadurch auszeichnet, dass mehr die soziologischen, ökonomischen, technischen, kommunikationstheoretischen, psychologischen und wahrnehmungstheoretischen Faktoren bedacht sind, als die ästhetischen Faktoren. Demnach steht für die Medienwissenschaft, eine Klärung von Anschlussdiskursen zur Ästhetikgeschichte weitgehend aus. Für die Medienästhetik sind deshalb mindestens drei verschiedene Begriffsfelder heranzuziehen: ein Kunstbegriff, ein Ästhetikbegriff und ein Medienbegriff. Ersichtlich werden diese Begriffe besonders dann, wenn man die einzelnen Grundzüge aus den zu trennenden Debatten betrachtet (z.B. die formale Debatte des Films, Ästhetikdebatte der Kunst, etc.). (vgl. Spielmann 2002, S. 242)
Faulstich sieht die Medienästhetik als Methode, die hier nicht als anwendbares Regelsystem zu verstehen ist, sondern als die kritische Entfaltung des Ziels. In diesem Zusammenhang soll der Begriff Medienästhetik „das Konkrete des Allgemeinen“ (Faulstich 1982, S. 112) klären. (vgl. ebd., S. 112)
In der Medienästhetik geht es eher um den theoretischen Erkenntnisweg, als um praktisches Erkennen. Sie zielt sozusagen auf praktische Veränderung ab, d.h. „nicht um Medien als Wesenheiten geht es, nicht um unveränderliche Gesetze, nach denen jene funktionieren (müssen), sondern um Medien als geschichtliche Phänomene und deren Gesetze, die (teils) umzukrempeln wären“ (Faulstich 1982, S. 120). Demnach muss Medienästhetik sich von der Erkenntnis zum praktischen Handeln entwickeln, denn Erkenntnis beginnt mit der Praxis und die theoretische Erkenntnis, die man aus dieser erworben hat, kehrt wieder in die Praxis zurück. (vgl. ebd., S.119 ff)
Literatur
Faulstich, Werner (1982): Medienästhetik und Mediengeschichte. Mit einer Fallstudie zu „The War of the Worlds“ von H.G. Wells. Heidelberg: Carl Winter Universitätsverlag.
Schnell, Ralf (2000): Medienästhetik. Zu Geschichte und Theorie audiovisueller Wahrnehmungsformen. Stuttgart; Weimar: Verlag J. B. Metzler.
Spielmann, Yvonne (2002): Medienästhetik. Voraussetzungen und Grundlagen. In: Rusch, Gebhard (Hrsg.) (2002): Einführung in die Medienwissenschaft. Konzeptionen, Theorien, Methoden, Anwendungen. Wiesbaden: Westdeutscher Verlag, S. 242-256.
Internetquellen
Internet 1: Spielmann, Yvonne (2007): Full professional Cu. Verfügbar unter: http://www.yvonne-spielmann.com/cv.htm (Stand 08-01-14)
Internet 2: Mick, Jürgen (2004): „Picture kills the architecture“. Ein Versuch zur Medienästhetik. Verfügbar unter: http://www.jetzt-zeichnen-ag.de/quadratmeter/essay%20Medien%E4sthetik.htm (Stand 08-01-24)
Internet 3: Medienästhetik. Verfügbar unter: http://www.fb3.uni-siegen.de/downloads/2007-01-08-Medienaesthetik.pdf (Stand 08-02-01)