Medienpsychologie
Der Begriff der „Medienpsychologie“ tauchte erst mit dem Erscheinen der gleichnamigen Zeitschrift im Jahre 1989 auf (vgl. Faulstich 2004, S. 72) und stellt damit noch eine relativ junge Disziplin dar. Doch schon Ende des 19. Jahrhunderts befassten sich Forschungen mit den Wirkungen von Medien auf die breite Masse (vgl. Groebel 2005, S. 284) und auch im Gebiet der Marktforschung wurde Anfang des 20. Jahrhunderts die Frage „Wie wirkt was auf wen?“ bzw. „Wer sagt was in welchem Kanal zu wem mit welcher Wirkung?“ (Lasswell Formel) interessant (vgl. Baßler 2006, S. 257).
Die Medienpsychologie befasst sich mit dem „Verhalten, der Wahrnehmung, der Motivation und den Einstellungen von Menschen rund um die Informations- und Kommunikationstechnologien“ (Groebel 2005, S. 284). Besondere Berücksichtigung finden dabei die Massenmedien.
Bis zum Erscheinen der Zeitschrift für Medienpsychologie lassen sich zwei Typen von medienpsychologischen Ansätzen unterscheiden (vgl. Faulstich 2004, S. 72): zum einen einzelmedienspezifische und zum anderen medienübergreifende Beiträge. Zu den einzelmedienspezifischen Beiträgen können zum Beispiel Untersuchungen über die Wirkung des Fernsehers gezählt werden. Diese Untersuchungen stellen seit Mitte des 20. Jahrhunderts einen Schwerpunkt der Medienpsychologie dar (vgl. Groebel 2005, S. 284). Medienübergreifende Ansätze befassen sich demgegenüber vor allem mit Medienwirkungen (vgl. Faulstich 2004, S. 72). Wobei hier zu sagen ist, dass die heutige Medienpsychologie vor allem von der Mediennutzungs- und Wirkungsforschung dominiert wird (vgl. Branahl 2006, S. 183; vgl. Baßler 2006, S. 258). Hier wird unter anderem untersucht, welche Präferenzen bestimmte Empfänger der Medien für Infotainment und Edutainment haben und welche Wirkungen diese auf das Verhalten des Empfängers haben (vgl. Baßler 2006, S. 258).
Die Untersuchungen der Medienpsychologie werden meist auf Basis von Experimenten durchgeführt, wobei die Methode der Befragung, die Beobachtung und die Verfahren der Inhaltsanalyse im Vordergrund stehen (vgl. Branahl 2006, S. 183). Faulstichs (2004) Auswahl von exemplarischen Beispielen für Untersuchungen der Medienpsychologie soll hier als Veranschaulichung für das breite Untersuchungsspektrum dieser Wissenschaft dienen. Mögliche Forschungsbereiche von medienpsychologischen Untersuchungen sind: die Medien und Gewalt, das Agenda-Setting, der Gratifikations- oder Nutzungsansatz (uses-and-gratification approach), die Theorie der parasozialen Interaktion und die Mediensozialisation (ebd., S.73).
Verwendete Literatur
Baßler, Wolfgang (2006): Medienpsychologie [mass media psychology, psychology of mass media]. In: Tsvasman, Leon R. (Hrsg): Das große Lexikon Medien und Kommunikation: Kompendium interdisziplinärer Konzepte. Würzburg: Ergon. S. 257 – 258.
Branahl, Udo (2006): Medienpsychologie. In: Bentele, Günter; Brosius, Hans-Bernd & Jarren, Ottfried (Hrsg.): Lexikon Kommunikations- und Medienwissenschaft: Studienbücher zur Kommunikations- und Medienwissenschaft. Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften. S. 183.
Faulstich, Werner (2004): Medienpsychologie. In: Faulstich, Werner (Hrsg.): Grundwissen Medien. 5. Auflage. Paderborn, Stuttgart: Wilhelm Fink. S. 72 – 79.
Groebel, Jo (2005): Medienpsychologie. In: Hüther, Jürgen & Schorb, Bernd (Hrsg.): Grundbegriffe Medienpädagogik. 4. Auflage. München: Kopaed. S. 284 – 288.
Vertiefende Literatur
Bücher
Mangold, Roland; Vorderer, Peter & Bente, Gary (Hrsg.) (2004): Lehrbuch der Medienpsychologie. Göttingen, Bern, Toronto, Seattle: Hogrefe.
Six, Ulrike; Gleich, Uli & Gimmler, Roland (Hrsg.) (2007): Kommunikationspsychologie – Medienpsychologie. Weinheim: Pelz, PUV.
Winterhoff-Spurk, Peter (1999): Medienpsychologie: eine Einführung. Stuttgart, Berlin, Köln: Kohlhammer.
Internetquellen
Fachgruppe Medienpsychologie: Was ist Medienpsychologie? Verfügbar unter: http://www.fg-medienpsychologie.de/indexergaenz.pdf (Stand: 2008-01-19)
Hesse, Friedrich W. & Schwan, Stephan (2005): Einführung in die Medien- und Kommunikationspsychologie. Verfügbar unter: http://www.e-teaching.org/didaktik/theorie/medienpsychologie/hesse-schwan.pdf.pdf (Stand: 2008-01-19)