Medienethik
Als erstes gilt es zwischen Moral und Ethik zu unterscheiden, Moral ist die Gesamtheit der moralischen Urteile, Normen, Ideale, Tugenden, Institutionen. Ethik die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Bereich der Moral.
Nach Klaus Wiegerling ist Medienethik eine deskriptive Form der Ethik und befasst sich mit dem Teil der Informationsethik in der es um bestimmte Aspekte des Medienbereichs geht. „Emanzipatorisch gesagt beschäftigt sich die Medienethik mit der Kritik am bestehenden Begriff der Moral“.
Wolfgang Wunden (1994) versucht mit seinem Sammelband „Öffentlichkeit und Kommunikationskultur“ einen systematischen Ansatz für eine Medienethik vorzulegen. Seiner Leitthese nach könnte Medienethik in drei Kapitel eingeteilt werden: Öffentlichkeit, Wahrheit und Freiheit (ebd. S. 12). Wunden ist überzeugt: „Die Leistungen der Medieninstitutionen und das Handeln aller auf diesem Feld Agierenden – von Verlegern über Journalisten bis hin zu Medienpolitikern – lassen sich anhand dieser zentralen Werte diskutieren und messen. Gegenüber einem empirischen Trend in der Ethikdebatte muss an der Formulierung von Grundwerten festgehalten werden. Öffentlichkeit, Wahrheit und Freiheit sind die Grundwerte demokratischer Medien. Ihre Realisierung zu fördern und zu sichern, muss Ziel aller institutionellen und individuellen Mediengestaltung sein.“ (S. 13) Weiters ist Wunden der Überzeugung: „Die Ethik ist als normativ interessierte Disziplin nicht Schöpferin der sozialen Wirklichkeit, geht ihr vielmehr nach, befragt sie auf normative Implikationen hin, sucht sinnvolle Wege in die Zukunft für eine menschliche Gesellschaft.“ (S. 14)
Wunden macht in seinem Buch „Medien zwischen Markt und Moral“ deutlich, dass sich die Diskussion in Europa, im Gegensatz zu den USA, erst am Anfang befindet. In den USA ist der Begriff Medienethik weit verbreitet und Fixbestandteil jeder Publizistikausbildung.
Verwendete Literatur:
- Wachter, Bernd. (2003): Medienethik. Diplomarbeit an der Universität Innsbruck.
- Wunden, Wolfgang. (1994): Öffentlichkeit und Kommunikationskultur. Beiträge zur Medienethik Band 2. Stuttgart: Steinkopf.
- Wunden, Wolfgang. (1989): Medien zwischen Markt und Moral. Stuttgart: Steinkopf.
- Wiegerling, Klaus (1998): Medienethik. Band 314. Stuttgart: Weimar, J. B. Metzler.
Vertiefende Literatur:
Bücher:
- Branahl, Udo. (1992): Medienrecht. Eine Einführung. Opladen: Wesstdt. Verlag.
- Kunczik, Michael. (1998): Gewalt und Medien. Köln: Böhlauer Verlag.
- Moser, Heinz. (2000): Einführung in die Medienpädagogik. Aufwachsen im Medienzeitalter. Wiesbaden: VS, Verl. für Sozialwiss.
- Trappel, Josef. (1991): Medien Macht Markt. Medienpolitik westeuropäischer Kleinstaaten. Österr. Kunst u. Kulturverlag: St. Johann im Pongau.
- Winterhoff-Spurk, Peter; Hilpert, Konrad (1995): Medien & Ethik. Interdisziplinäre Vortragsreihe an der Universität des Saarlandes im Wintersemester 1994. St. Ingbert: Röhring Universitätsverlag.
- Funiko, Rüdiger. (2005): Medienethik. In: Hüther, Jürgen. Schorb, Bernd (Hg.): Grundbegriffe Medienpädagogik. 4. Auflage. München: Kopaed. S. 243 – 251
- Leschke, Rainer (2001): Einführung in die Medienethik. München: Wilhelm Fink Verlag GmbH & Co KG.
Internetseiten:
- Titel: Medienethische Fragen gewinnen in unserer komplexen Kommunikationsgesellschaft zunehmend an Bedeutung. http://www.hdm-stuttgart.de/medienethik/ Stand: 2008-01-15
- Hausmanninger, Thomas. (2005): Eine Begriffsklärung. http://www.kthf.uni-augsburg.de/prof_doz/hausmanninger/online_bib/medienethik/was_ist_medienethik/ Stand: 2008-01-15
- De Witt, Claudia (2001): Medienethik: Werte neu denken. - Gibt es Massstäbe im Informationszeitalter?. http://www.medienpaed.com/00-2/deWitt2.htm/ Stand: 2008-01-15