Medienbegriff

Der Begriff „Medien“ bzw. „Medium“ leitet sich aus dem lateinischen Wort „medium“ ab, das soviel bedeutet, wie das Mittlere, Mittel bzw. Vermittler. Die Wortherkunft lässt somit bereits darauf schließen, dass ein Medium ein vermittelndes Element ist, wobei es in diesem Fall um die Vermittlung von Information geht. Allgemein gibt es nun aber weit mehr Definitionen vom Begriff Medien. So wird er umgangssprachlich auch oft als Sammelbegriff für die modernen Massenmedien oder als Bezeichnung für Unterrichtshilfen in materieller und informativer Form verwendet. (vgl. Bente-le/Brosius/Jarren 2006, S. 165)

Geschichtlich betrachtet und sehr verkürzt ausgedrückt, gab es zuerst die Sprache welche als Vermittler fungierte, daraufhin entstand die Schrift, welche im Buchdruck Verbreitung fand und sich später in Richtung neuerer technischer Medien, wie Pho-tographie, Film und Fernsehen weiterentwickelte – die Massenmedien waren ent-standen. Heute sind wir an einem Punkt angelangt, an dem die Entwicklung solcher Medien rasant fortschreitet, elektronische Speichermedien und Netzwerke, Multime-dia und digitale Computertechnologie. (vgl. Fischer 2006)

Nun gibt es verschiedene Arten nach denen Medien unterschieden werden können. Eine dieser Möglichkeiten richtet sich nach der Frage des Informationsträgers, d. h. bedarf die Information eines materiellen Trägers um entstehen bzw. übertragen wer-den zu können. In dieser Hinsicht gibt es originale, personale und apersonale Medien. Erstere sind bspw. Pflanzen und Tiere – sie tragen die Informationen in sich. Personale sind auf Personen angewiesen und meinen somit bspw. Sprache und Körpersprache. Aper-sonale Medien verlangen nach einem Träger um etwas vermitteln zu können, wie z. B. die Schrift eines Papiers oder Buches bedarf oder der Film eines Tonträgers. (vgl. Hug 2002, S. 189f.; Wokittel 1994, S. 26) An diese Einteilung schließt sich auch jene der primären, sekundären und tertiären Medien an. Auch hier dient der Einsatz von technischen Geräten als Unterschei-dungsmerkmal. In diesem Sinne kann bspw. Sprache als primäres – es kommen keine technischen Geräte zum Einsatz -, Buchdruck als sekundäres – zur Erzeugung der Information wird Technik angewandt - und das Abspielen eines Tonträgers als tertiäres Medium – auf Sender- und Empfängerebene braucht es technische Geräte - verstanden werden. Letztere Bezeichnungen aus beiden Unterscheidungsmöglich-keiten, also apersonale und tertiäre Medien, stellen jenen Bereich dar, der heute als Massenmedien bezeichnet wird. (vgl. Fischer 2006) Letztere Einteilung kann noch um die Kategorie der quartären Medien erweitert werden, wobei damit Medien gemeint sind, welche sich auf computerunterstützte Kom-munikation beziehen, wie bspw. Internet bzw. E-Mails. (vgl. Hug/Hipfl 2006, S. 14)

Einen Versuch diese vielfältigen Definitionsmöglichkeiten des Medienbegriffs zusammenzufassen, hat Siegfried J. Schmidt unternommen. In seinem Würfelmodell zum Mediensystem versucht er einen sogenannten Medienkompaktbegriff zu schaffen, der sich laut ihm aus dem Zusammenwirken der vier Faktoren Kommunikationsinstrumente, Medientechniken, Institutionelle Einrichtungen und Medienangebote ergibt. Im Diskurs über Medien müssen also stets all diese Komponenten mitberücksichtigt werden, um ein vollständiges Bild zu vermitteln. (vgl. Schmidt 2007, S. 5ff.)

Zusammenfassend kann somit gesagt werden, dass Medien Systeme sind, die etwas tragen oder vermitteln und heute in ihrer Form als Massenmedien zur gesellschaftlichen Konstruktion von Wirklichkeit betragen. In diesem Zusammenhang ergeben sich für die Medienpädagogik verschiedene Aufgaben u. a. in Bezug auf Mediennutzung, Medienkritik, Medienkompetenz, Medienethik, Mediendidaktik.

Weiterführende Literatur:

  • Stiegler, Bernd; Roesler, Alexandra (Hrsg.; 2005): Medium/Medien. In: Grundbegriffe der Medientheorie. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag, S. 150ff.
  • Dölker, Christian (2005): Media in media. Zürich: Pestalozzianum
  • Schmidt, Siegfried J. (2007): Medienphilosophie: Diskurs oder Disziplin? Vortrag vom August 2007 gehalten im Rahmen des „30th International Wittgenstein Sym-posium“ in A-Kirchberg am Wechsel

Verwendete Literatur:

  • Bentele, G.; Brosius, H.-B.; Jarren, O. (Hrsg.; 2006): Medien. In: Lexikon Kommunikations- und Medienwissenschaft. Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften/GWV Fachverlage GmbH, S. 165
  • Fischer, Ernst (2006): Medien. In: Microsoft Encarta 2007 [DVD]. Microsoft Corporation
  • Schmidt, Siegfried J. (2008 – noch nicht erschienen): Medienphilosophie – ein sinnvolles Programm? In: Hrachovec H.; Pichler A. (Hrsg.): Philosophy of the Information Society: Vol. 2. Frankfurt/M.: Ontos.
  • Hug, Theo (2002): Medienpädagogik. Begriffe, Konzeptionen, Perspektiven. In: Rusch, Gebhard (Hrsg.): Einführung in die Medienwissenschaft. Opladen: Westdeutscher Verlag, S. 189-207
  • Wokittel, Horst (1994): Medienbegriff und Medienbewertungen in der pädagogischen Theoriegeschichte. In: Hiegemann, Susanne; Swoboda, Wolfgang H. (Hrsg.): Handbuch der Medienpädagogik. Theoriesätze – Traditionen – Praxisfelder – Forschungsperspektiven. Opladen: Leske und Budrich, S. 25f.

Internetquellen:


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