LASSWELL-FORMEL
Harold Dwight Lasswell führte eine Formel der Massenkommunikation ein, die die Medienforschung zwischen 1946-1959 formte. Er selbst wurde im Feber 1902 geboren und starb im Dezember 1978. Lasswell war ein Politikwissenschaftler und Kommunikationstheoretiker in US-Amerika und weiters auch Mitbegründer des individualistischen Forschungsansatzes des Behavioralismus.
“Who says what in which channel to whom with what effect?” (Lasswell, 1971)
Übersetzt bedeutet dies: Wer (der Kommunikator) sagt was (Nachricht) in welchem Kanal (Medium) zu wem (Empfänger), mit welchem Effekt (Wirkung). Alle fünf Elemente erzeugen den Kommunikationsprozess als Ganzes. (vgl. Schmidt & Zurstiege )
Lasswell`s Modell wird in folgende fünf Stufen gegliedert:
1. Kommunikationsstufe oder Senderstufe: Sie ist das Forschungsgebiet der Kommunikationsforschung und befasst sich mit den persönlichen Daten der Publizisten. Weiters findet eine Überprüfung über den Arbeitsablauf in Redaktion und Medienunternehmen statt.
2. Was-Stufe oder Nachrichtenstufe: Hier findet eine Inhaltsanalyse statt, d.h. eine Überprüfung des Inhaltes und der Form.
3. In-welchem-Kanal-Stufe oder Kanalstufe: wird von der Medienanalyse eruiert.
4. Zu-Wem-Stufe oder Empfängerstufe: dient zur Forschung des Empfängers, also dessen Aufmerksamkeit, Interesse, Entscheidung und Handlung.
5. Mit-welchem-Effekt-Stufe oder Wirkungsstufe: prüft die Wirkungsforschung.
„Lasswell entwickelt damit ein Kommunikationsmodell, das dem Rezipienten eine gewisse Wahlfreiheit zugesteht, da er unter verschiedenen Medien und innerhalb eines Mediums unter verschiedenen Aussagen wählen kann.“ (Vollbrecht 2001, S. 106)
Diese Formel war für Laborexperimente und Befragungen eingesetzt geworden.
Es fällt auf, dass das Wie fehlt, wenn der/die/das kommunizierende unter Medienbeobachtung steht, denn durch diese Beobachtung werden Mimiken und Gestiken sichtbar.
Klaus Merten entwickelte das Modell weiter, da es zu einfach sei. Aus der eindimensionalen Lasswell-Formel entwickelte er die zweidimensionale Lasswell-Matrix. In dieser Lasswell-Matrix geht es um die einwirkenden Faktoren und in die Faktoren, auf die eingewirkt wird. Im Fokus steht die Wechselwirkung zwischen den einzelnen Faktoren.
Dieses differenzierte Modell von Merten ist somit eine Erweiterung von H. D. Lasswell, die allerdings auf einem höheren Level scheitert, denn es wird ebenso wenig darauf eingegangen, „wie oft (how often?) jemand etwas sagt bzw. rezipiert oder welche Rolle der gesellschaftliche und kulturelle Kontext für Kommunikationsprozesse spielt.“ (Schmidt & Zurstiege 2000, S. 62)
Nichts desto trotz Lasswell-Matrix eine effektive Entwicklung und Bearbeitung der Lasswell-Formel.
LITERATUR:
Vollbrecht, Ralf (2001): Einführung in Medienpädagogik 1. Aufl. Weinheim, Basel: Beltz
McQuail, Denis & Windahl, Sven (1993): Communication Models. For the Study of Mass Communications 2. Aufl. Englewood Cliffs, New York: Prentice Hall
Lasswell, H. D. (1971): Structur and Function of Communication Society In: Schramm, H: Mass Communications (117 – 130) Urbana, IL: The University of Illinois Press
Schmidt, Siegfried J. & Zurstiege, Guido (2000): Orientierung. Kommunikationswissenschaft. Was sie kann, was sie will reinbek bei Hamburg: Rowolt
WEITERFÜHRENDE LITERATUR:
Meingast, Stefan (2000): Die Lasswell-Formel. Ursprung und Bedeutung. Seminararbeit München, Ravensburg: Verlag für akademische Texte
Muth, Rodney, Finley, Mary M. & Muth, Marcia F. (1990): Harold D. Lasswell. An Annotated Bibliography 1. Aufl. Springer-Verlag GmbH
Michel, Sascha: Kurzwortgebrauch. Plädoyer für eine pragmatische Definition und Prototypologie von Kurzwörtern Verfügbar unter: www.bgdv.be/gm64/michel.pdf (Stand 2008-01-14)