Hypermedien
Begriffserklärung
Der Begriff “Hypermedien” wurde 1990 durch Jakob Nielsen eingeführt und bezeichnet einen durch Multimedien vertieften Hypertext, also ein durch Verweise vernetztes Dokument, wo Text-Knoten durch allgemeine Medien wie 2D- und 3DGraphik, Ton oder Filmsequenzen etc. ersetzbar sind. Dazu kommt ganz wesentlich die Möglichkeit, Dokumentknoten aktiv zu bearbeiten und verändern, sowie das intelligente Befragen respektive Absuchen des Dokumentes. Diese beiden Charakteristika zeigen, dass der häufig konnotierte Spielzeugcharakter von Multimedia nicht die ganze Wahrheit ist. Wahr ist allerdings, dass Hypermedien auch Wissenschaft spielerischer gestalten helfen, als die Tradition der asketischen Textmeditation es uns beigebracht hat. Mit diesem neuen Stil Wissenschaft zu betreiben, ist nicht weniger anstrengend als im klassischen Sinne. Die Intensität der Informationsverarbeitung fordert vom Benutzer höchstes Engagement. (vgl. Kuhlen S.57) Das Wort Hypermedien setzt sich aus dem Wort Hypertext und dem Wort Multimedia zusammen. Die meisten Autoren benutzen die Begriffe Hypertext und Hypermedien synonym (Jakob Nielsen 1995 und Rainer Kuhlen 1997). Auch das erweiterte Verständnis von „Text“ aus der Semiotik deutet auf die Legitimität dieser Gleichsetzung hin. Nur einzelne Autoren wie Schnupp bestehen auf der klaren Trennung von Hypertext für Texte und Hypermedien für Multimedia. Das größte derzeit existierende Hypermedium ist das World Wide Web. (vgl. Wikipedia)
Springen zwischen referenzierten Inhalten
Die Gefahren des Springens liegen in der Vielfalt des angebotenen Stoffes, der zum Springen von einer Information zur anderen verleitet, sodass sie nur noch verwischt aufgenommen werden. Es kann diese Vielfalt zudem auch dazu führen, dass das ursprüngliche Suchziel verlorengeht und am Ende nicht das erwartete Ergebnis vorliegt. Der Nutzer muss sich diszipliniert verhalten, um nicht dem vom Fernsehen her bekannten Effekt des Zappens zu erliegen. Hilfen bieten Hypermedien durch Protokollierung des Suchwegs, durch die Möglichkeit, durch Ausschneiden eigene Arbeitsmappen zu erstellen, durch Baumdiagramme oder das Hinzufügen eigener Notizen. Auf diese Weise kann eine positive Interaktion zwischen Nutzer und Hypermedium-Anwendung entstehen. (vgl. Schweigerund)
Literatur
- Rainer Kuhlen: Hypertext in: Buder, Rehfeld, Seeger, Strauch (Hrsg.): Grundlagen der praktischen Information und Dokumentation, München u.a.: 1997
- Jakob Nielsen: Multimedia, Hypertext und Internet. Grundlagen und Praxis des elektronischen Publizierens. Braunschweig/Wiesbaden 1996 (dt. Ausgabe von Multimedia and Hypertext. The Internet and Beyond, 1995)
- Wolfgang Schweigerund, Hypermedien im Internet, München (2001)
- Schnupp, Peter: Hypertext. (Handbuch der Informatik Bd. 10.1). München, Wien: Oldenbourg (1992)