**Agenda Setting**
(dt. „Festlegung einer Tagesordnung“)
Agenda Setting oder „Thematisierung“ wird der Prozess genannt, durch den die Mediengesellschaft Aufmerksamkeit erzeugt. Geprägt wurde der Ausdruck von B. C. Cohen „The Press, the Public, and Foreign Policy“ (1963). Der Soziologe Niklas Luhmann sagt dazu, es werden zwangsläufig Regeln über die Zuwendung von Aufmerksamkeit gebildet, da Aufmerksamkeit knapp ist. „Öffentliche Meinung“ ist das Produkt dieser angewendeten Regeln (vgl. Merten et al 1990, S. 36).
In der Agenda-Setting-Forschung geht es vor allem um die Untersuchung der These, ob Massenmedien durch eine Schwerpunktsetzung in ihrer Berichterstattung die öffentliche Aufmerksamkeit für bestimmte Themen beeinflussen. (vgl. Pöstinger 2006, S. 1).
Neben der Frage, ob die Medien die Einstellungen und das Verhalten der Menschen beeinflussen, fragt sich die Forschung auch in wie weit die Medien die Einstellungen und das Verhalten der Menschen beeinflussen. Nicht was wir denken, sondern worüber wir denken wird von den Medien beeinflusst (vgl. Rössler 1997, S. 16f).
„Demnach unterstellt Agenda-Setting, dass die Rezipienten die Wichtigkeit der Themen öffentlicher Diskussion aus den Nachrichtenmedien lernen und diese Gewichtung in ihre eigenen Themenhierachien übernehmen.“ (Rössler 1997, S. 18)
**Zentrale Konzepte des Agenda-Settings**
Folgende Begriffe sind im Bereich der Agenda-Setting Forschung als zentrale Themen anzusehen. 1. Die Salience (Wichtigkeit) 2. eines Issues (Themas) 3. in der Agenda (Tagesordnung).
1. Salience Es geht um die Wichtigkeit von Issues (Themen) in der Gesellschaft. Bsp.: Befragt man eine Person nach den 10 wichtigsten Themen im Moment, erhält man eine Reihe von Issues. Befragt man danach die Person nach ihrer Einschätzung der Wichtigkeit dieser Themen auf einer Skala von 1 bis 10, so erhält man die Wichtigkeit dieser für diese Person (vgl. Pöstinger 2006, S. 3).
2. Issue In diesem Kontext wird Issue als ein Ereigneis oder eine Gruppe von Ereignissen gesehen. Vorgänge, die mit dem Ereignis einhergehen, gehören mit zum Issue. Issues beziehen sich immer auf gesellschaftliche Ereignisse, nicht auf private (vgl. Pöstinger 2006, S. 3).
3. Agenda Die Agenda ist also eine nach der Salience geordnete Rangfolge von Issues. Die Agenda-Position kann sich immerzu verändern. Somit ist Agenda-Setting nicht der Einfluss der Medien auf einzelne Issues, sondern auf eben diese Rangordnung von Issues und deren Position darin (vgl. Pöstinger 2006, S. 4).
Agenda Setting ist aktuell ein entscheidender Punkt in der Politik, und dort vor allem im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit. Hier stellt sich die Frage, welche politischen Themen werden auf die Tagesordnung gesetzt und inwieweit beeinflussen diese die Öffentlichkeit.
**Literatur**
Jäckel, Michael. (2005). Medienwirkungen. Ein Studienbuch zur Einführung. 3., überarbeitete und erweiterte Auflage. Wiesbaden. VS Verlag für Sozialwissenschaften.
Merten, Klaus et al. (1990). Medien und Kommunikation. Konstruktionen von Wirklichkeit. Tübingen. Beltz Verlag.
Pöstinger, Markus. (2006). Agenda-Setting. Ansätze und Theorien. Lübeck. Universität Lübeck.
Rössler, Patrick. (1997). Agenda-Setting. Theoretische Annahmen und empirische Evidenzen einer Medienwirkungshypothese. Opladen. Westdeutscher Verlag.