1. Wer bietet Seiten für Kinder im Internet an?
Die Internetseiten werden häufig von Verlagen oder Werbeagenturen angeboten, welche oftmals auch im Printbereich vertreten sind (vgl. wasistwas oder geolino). Des Weiteren finden sich Angebote von Fernseh- oder Radiosendern, Konzernen und Firmen (u.a. Spieleproduzenten), sogenannte kommerzielle Websites.
Die Seite multikids.de wurde als Projekt „Multimedia - Online für Kids“ gestartet. Eine studentische Arbeitsgruppe hat diese Webpage in Zusammenarbeit mit dem Institut für angewandte Kindermedienforschung generiert und wird nun vom IfaK betreut. Es gibt somit auch Anbieter, die nicht primär Werbezwecke verfolgen. Die Seite multikids.de enthält zum momentanen Stand 188 empfohlene Linkseiten für Kinder. Diese kommen aus den verschiedensten Bereichen wie TV, Lesen, Spielen. Jede dieser Linkseiten wurde bewertet und kontrolliert. Auch für Eltern oder Lehrer kann dies sehr hilfreich sein.
2. Inhaltlicher Schwerpunkt der Internetnutzung von Kindern
Kinder haben das Medium Internet für sich entdeckt und setzen es für die unterschiedlichsten Zwecke ein:
• Suche nach Informationen steht im Vordergrund (für die Schule)48% suchen regelmäßig.
• 4 von 10 Nutzern spielen regelmäßig Online-Spiele.
• Ein Drittel der Kinder nutzen das Angebot E-Mails zu versenden.
• Ein Viertel nutzt Pages, die nicht speziell für Kinder konzipiert wurden.
• Jedes fünfte Kind nutzt die Chatrooms.
Auch zwischen Mädchen und Jungen gibt es teils erheblich Unterschiede, für was das Internet genutzt wird:
• Informationen für die Schule (M: 54%, J:42%)
• Kommunikativer Bereich, Chatten etc. (M: 23% , J: 17%)
• E-Mail (M: 35% , J: 32%)
• Online-Spiele (M: 33%, J: 46%)
• Downloads (Spiele: M: 6%, J: 15%; Musik: M: 12%, J: 17%)
3. Was weiß man über die Internetnutzung von Kindern?
Seit dem Bestehen des Internets gibt es, vor allem auch bei Kindern, nach wie vor einen rasanten Anstieg bei der Internetnutzung. Den Studien des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest zufolge waren unter den Kindern, welche die Möglichkeit zur Nutzung eines PCs hatten, 58% zumindest partiell online (2006).
Für Kinder unter 8 Jahren ist das Internet noch relativ unbedeutend, lediglich 18% von ihnen hatten Interneterfahrung. Bei den Acht- bis Neunjährigen waren es bereits 46% und von den Kindern über 10 Jahre hatte jedes achte von zehn Kindern bereits Erfahrung mit der Internetnutzung.
Starke Interessenunterschiede gibt es vor allem zwischen Mädchen und Jungen und bei jungen oder älteren Kindern:
• Mädchen: v.a. Kinderwebsites
• Jungen: verlassen den »geschützten Raum« über Cheat-Websites -Infos zu Pc-Spielen
• Jüngere Kinder konzentrieren sich nur auf Ausschnitte einer Website, Töne, bewegte Bilder und einfache Online-Spiele machen ihnen Spaß.
• wichtig: stabiles Erscheinungsbild, damit sie »ihre« Website wiedererkennen
4. Webdesign für Kinder
Für Kinder muss vor allem der Fun Faktor auf den Internetseiten gegeben sein. Allerdings darf die Seite nicht überladen sein, da es für Kinder sonst verwirrend werden kann und sie verlieren schnell die Orientierung. Kinder unter 5 Jahren haben eine Aufmerksamkeitsspanne von 10 - 15 Minuten, viele sogar weniger, daher soll die Information so rasch wie möglich vermittelt werden, auch Spiele sollten nach Möglichkeit nicht länger dauern.
5. Vor- und Nachteile des Internets
Wie jedes Medium bringt auch das Internet gewisse Vor-, aber auch Nachteile mit sich. Im Folgenden ein kurzer Überblick über die Vor- und Nachteile der Nutzung des Internets für Kinder und Jugendliche.
5.1. Nachteile
• Immer weniger Jugendliche lesen Zeitung oder Bücher, sondern beschaffen sich die Texte aus dem Internet.
• Schüler suchen ihre Hausaufgaben im Internet und übernehmen bereits vorgefertigte Referate
• Durch das stundenlange Sitzen vor dem Bildschirm können sich die Augen sehr verschlechtern.
5.2. Vorteile
• Durch das Arbeiten mit dem Computer lernt der Schüler besser mit dem neuen Medium umzugehen.
• Computer- und Internetkenntnisse werden heutzutage überall vorausgesetzt.
6. ICRA- Internet Content Registration Association
Um für Kinder ein sicheres Internet zu schaffen, wurden schon die verschiedensten Technologien eingesetzt, Regeln aufgestellt usw. Dies führt jedoch immer zu einer starken Eingrenzung der Kinder und es gestaltet sich schwierig, ein Mittelmaß zwischen Verboten und der Freiheit des World Wide Web zu finden und dies auch technisch umzusetzen. Eine Plattform, die versucht, ein sicheres Internet für Kinder zu schaffen ist die Internet Content Registration Association, kurz ICRA. Wenn eine Seite mit dem ICRA Symbol gekennzeichnet wird, gilt diese als kindergerecht und entspricht dem ICRA Vokabular, welches keinerlei Nacktdarstellungen, kein sexuelles Material, keine Gewalt jeglicher Art, sowie keine Darstellung von potenziell schädigenden Aktivitäten duldet. Auch die Sprache sollte frei von beleidigenden oder ordinären Ausdrücken sein, keine Gotteslästerung oder Flüche enthalten, sowie auf moderate Kraftausdrücke verzichten. Websiteanbieter können anhand eines Fragebogens ihre Seite selbst überprüfen und kontrollieren. ICRA, und das dahinterstehende Family Online Safety Institute (FOSI) vertrauen auf das Prinzip der Selbstkontrolle. Der Grundsatz lautet, dass Kinder, aber auch Erwachsene lernen müssen, Verantwortung für sich selbst und ihren Umgang mit dem Internet zu übernehmen und ein Gefühl dafür entwickeln, was ihnen schadet.
7. Literaturverzeichnis
• Blinde- Kuh: Informationen über die Blinde Kuh, www.blinde-kuh.de/informationen.html (Zuletzt aufgerufen am, 30.01.2009).
• Deutsches Jugendinstitut (2005): Datenbank: Websites für Kinder. http://www.dji.de/cgi-bin/projekte/output.php?projekt=338 (Zuletzt aufgerufen am, 24.01.2009).
• Deutsches Jugendinstitut: Wissen A-Z, Internetnutzung von Kindern, http://www.dji.de/cgi-bin/projekte/output.php?projekt=786&Jump1=LINKS&Jump2=700 (Zuletzt aufgerufen am, 24.01.2009).
• Family Online Safety Institute (FOSI): About us, www.fosi.org/about/ (Zuletzt aufgerufen am, 30.01.2009).
• Feil, Christine/Decker, Regina/Gieger, Christoph (2004): Wie entdecken Kinder das Internet? Beobachtungen bei 5- bis 12-jährigen Kindern. Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften.
• Institut für angewandte Kinderforschung (IfaK): Multikids- Mit Links ins Internet, http://www.hdm-stuttgart.de/ifak/multikids/ (Zuletzt aufgerufen am, 29.01.2009).
• ICRA: Das ICRA Vokabular, www.icra.org/vocabulary (Zuletzt aufgerufen am, 30.01.2009).
• ICRA: Mit ICRA- gekennzeichnet, www.icra.org/sitelabel/ (Zuletzt aufgerufen am, 30.01.2009).
• Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (Hg.) (2007): KIM-Studie 2006. Kinder und Medien, Computer und Internet. Basisuntersuchung zum Medienumgang 6- bis 13-Jähriger in Deutschland. Stuttgart: mpfs. recources.eun.org/insafe/KIM2006.pdf (Zuletzt aufgerufen am, 28.01.2009).
• Multikids: Über Multikids, http://www.multikids.de/ueber_multikids (Zuletzt aufgerufen am, 24.01.2009).
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