Konstruktivistische Lernmethoden nach Franz Decker
1. Einleitung
Im folgenden Beitrag werde ich auf die konstruktivistische Lernmethode darstellen. Zuerst möchte ich aber die verwendeten Begriffe Konstruktivismus, Lernen, Wissensmanagement, Entlernen, Organisationslernen und Selbstkompetenz klären.
Konstruktivismus
Der Konstruktivismus bezeichnet die Gemachtheit der Tatsachen, des Wissensaufbau, der Wirklichkeit, der Geschichte oder des gesellschaftlichen Seins. Charakteristisch für den Konstruktivismus sind die Annahme der unhintergehbaren Perspektive jeder Erkenntnis bzw. jegliches Wissens und der Verzicht von Aussagen über die „Wirklichkeit“ an sich. Es gibt aber keine konzeptionelle, institutionelle oder personelle Geschlossenheit des Konstruktivismus, sondern viele verschiedene Varianten, die man als Diskurslandschaft verstehen kann.
Lernen
Lernen ist ein Prozess, der sich zwischen zwei Zuständen in einem System abspielt. Der Erste ist „vor dem Lernen“ und der Zweite „nach dem Lernen“, die Zustandsveränderung wird als Lernen bezeichnet. Lernprozesse sind nicht direkt beobachtbar, aber können nachher durch das veränderte Verhalten erschlossen werden.
Wissensmanagement
Unter Wissensmanagement versteht man das Suchen, Verarbeiten, Weitergeben, Selektieren und das praktische Umsetzen des Wissens. Ziel ist es die Produktivität der Wissensarbeiter und Dienstleister zu verbessern, in dem man das Gelernte praktisch umsetzt. (Vgl. Decker, Franz.1998,S.115)
Entlernen
Darunter versteht Franz Decker das Vergessen und das Loslassen früherer Erfahrungen, Gewohnheiten und Kenntnisse. (Vgl. Decker, Franz.1998,S.123)
Selbstkompetenz
Darunter versteht man die Selbstständigkeit, die Selbstentfaltung, die Selbstverantwortung und die Selbstorganisation. ( Vgl. Decker, Franz.1998,S.128)
2. Konstruktivistische Lernmethoden
2.1. Lernmethoden nach Franz Decker
Nach Franz Decker befinden sich Lernen und Bildungsarbeit in einem Umbruch. Er beruft sich auf den US-amerikanischen Ökonom österreichischer Herkunft Peter F. Drucker, der die Meinung vertritt, dass sich die Industrie- zu einer Wissensgesellschaft bewege. Dadurch vermutet Drucker einen riesigen Boom der Erziehungswissenschaften, vor allem in der Erwachsenenbildung und im Wissensmanagement. In seinem Artikel „Strukturwandel des Lernens und des Unterrichts“ zeigt Decker die Probleme des Lernens in unserer Gesellschaft, die meist strukturell begründet sind, auf und gibt dann Lösungsvorschläge, wie Organisationen sein sollten und welche Lernmethoden man dabei verwenden könnte. In der Schule werden heutzutage hauptsächlich Schlüsselqualifikationen, nämlich das selbstständige Lernen, Anwendung von Lerntechniken und die Fähigkeit auf neue Anforderungen beweglicher zu reagieren, gefördert. Es rücken fächerübergreifende, handlungs- und arbeitsorientierte Methoden des Lernens und Lehrens in den Vordergrund. Dadurch wird das Kind auf das Berufsleben vorbereitet, denn auch dort muss der Einzelne seine Lebens- und Berufssituation selber regeln.
Organisationen
Organisationen der Zukunft sollen wandelbar, flexibel, gut geführt sein und kreatives Zusammenarbeiten ermöglichen. Denn die zentrale Aufgabe von Organisationen ist das gemeinsame Lernen und Entwickeln.
Teamarbeit
Ein Team braucht nach Franz Decker eine Führungsperson, die die Gruppenmitglieder begleitet und diese unterstützt. Des Weiteren spielen gerade in der Teamarbeit neuere Konzepte und Methoden eine enorme Bedeutung.
Neuere Methoden
- Future-Zirkel
- Kreativ- und Problemlösungsworkshops
- Zukunftslernen ⇒ macht eine Um- und Entlernbereitschaft notwendig, die aber meist durch vorhandenen Ängsten blockiert wird. Franz Decker ist der Meinung, dass neuere Methoden, wie z.B. pädagogische Methoden, neurolinguistisches Lernen und mentales Coaching diese Angst enthemmen würden.
Des Weiteren verfolgt das neue Lernen andere Ziele und nicht das Wissenslernen. Die Ziele wären Förderung sozialer Kompetenzen und das Erlernen neuer – und Entlernen unnötiger Verhaltensweisen. Einsetzbare Methoden wären Teamlearning und Organisationslernen.
Umsetzung
Franz Decker weist darauf hin, dass eine entspannte Gesamtatmosphäre, Teamworking und die Förderung kreativer Fähigkeiten das Lernen positiv beeinflussen. Des Weiteren sollte das Lernen auch spaßproduktiv sein, Abwechslung bieten und Selbstkompetenz schaffen. Durch handlungsorientierte Methoden, wie z.B. Projektarbeit, Plan- und Rollenspiel, Freiarbeit und Leittextmethoden wird Selbstkompetenz gefördert. Selbstkompetenz impliziert auch Problemlösungen, produktive Ergebnisse und das Können und nicht ausschließlich Wissen. Die zentrale Aufgabe des Lehrmanagements ist die energetischen Kräfte der Lernenden zu fördern. Das bedeutet Ziele, Problemlösungen etc. gemeinsam zu entwickeln, gemeinsam Überlegen und Handeln, Ordnungen und Richtlinien in Organisationen flexibel und veränderbar machen und ein angenehmes Klima und angenehme Bedingungen für erfolgreiches Lernen zu schaffen. Handlungsorientierte Methoden verstärken Motivation und Leistungsbereitschaft. Dabei gewinnt beim Lernen das anregende Umfeld z.B. interessante Aufgabenstellung, Ausstattung der Lernräume etc. an Bedeutung. (Vgl. Decker, Franz.1998)
Literatur
Decker Franz: Strukturwandel des Lernens uns des Unterrichts. In: R. Voß (Hrsg.): Schul- Visionen. Theorie und Praxis systemisch-konstruktivistischer Pädagogik. Heidelberg 1998, S. 114-133
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