LV-Nr.: 603076
Konstruktivistische Diskurse zur Einführung Theo Hug
Institut für Erziehungswissenschaften Universität Innsbruck WS 08
Eine konstruktivistische Betrachtung von Emotionen - Ein Vergleich von Niklas Luhmann und Luc Ciompi
Doris Dietachmair Marianne Knörzer Katharina Mörtl Harpa Tordardottir
1. Einleitung
Emotionen sind allgegenwärtig in unserem Leben. Unser Denken und Handeln wird zu einem großen Teil von Gefühlen bestimmt. Dies ist Teil unseres Alltagswissens. Teil jenes Wissens über Dinge, von denen wir zu wissen glauben, dass sie stimmen. Doch wie sieht die Welt der Wissenschaften, insbesondere die Soziologie und die Psychologie, Emotionen und die Bedeutung von Emotionen in unserem Leben? Welchen Stellenwert wird ihnen zugeschrieben – stehen Gefühle im Zentrum des Denkens, Handelns und dienen somit auch als Grundlage gesellschaftlichen Zusammenlebens, oder wird Emotionen nur eine Nebenrolle am „Rande des Geschehens“ zugesprochen?
In unserer Seminararbeit betrachten wir die nach einer kurzen Biographie des Psychologen Luc Ciompi und des Soziologen Niklas Luhmann einige Aspekte aus den beiden Theorien. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der jeweiligen Perspektive zu den Themen Menschenbild, Kommunikation & Wahrnehmung und auf der jeweiligen Betonung bzw. dem Stellenwert von Emotionen innerhalb des jeweiligen Theoriekonstrukts.
2. Ciompi
2.1 Biographie von Ciompi
Luc Ciompi wurde am 10.10.1929 in Florenz als Sohn eines italienischen Arztes und einer Schweizerin geboren. Vorwiegend ist er in der Schweiz aufgewachsen.
Zu seinem beruflichen Werdegang: Er hat seine Ausbildung als Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie an der psychiatrischen Universitätsklinik und –politklinik in Bern und an der medizinischen Universitätsklinik Genf absolviert. Außerdem machte er die Psychoanalytische Ausbildung in Bern, Genf und Lausanne, die Systemisch-familientherapeutische Ausbildung in Lausanne und hielt Professuren an der medizinischen Fakultät der Universität Lausanne und Bern ab. Prägend war für ihn auch die Gründung der therapeutischen Wohngemeinschaft „Soteria Bern“, bei der er auch die ärztliche Leitung inne hatte. Seit 1995 arbeitet er als freier wissenschaftlicher Schriftsteller, hält Vorträge, Seminare, macht psychotherapeutische Beratungs- und Supervisionstätigkeiten und ist vor allem in der Computerforschung mit seinem Entwurf der Affektlogik beschäftigt.
Sein Buch „Die emotionalen Grundlagen des Denkens. Entwurf einer fraktalen Affektlogik“ entstand zur Hälfte in Zeit als er akademischer Lehrer und Leiter der früheren Sozialpsychiatrischen Universitätsklinik Bern war und zur anderen Hälfte nach seiner Emeritierung bei seiner Tätigkeit als Gastprofessor am Konrad-Lorenz-Institut für Evolutions- und Kognitionsforschung in Altenberg bei Wien. Dazu schreibt er:
„Sicher hat die einzigartige Atmosphäre dieses interdisziplinären Forschungsinstituts und gleichzeitigen Geburts- wie Sterbehauses von KONRAD LORENZ, vielleicht sogar etwas vom dort sehr spürbaren genius loci, auf meine Schreib- und Denkarbeit nachhaltig abgefärbt. In erster Linie die wohl auf Schritt und Tritt spürbare evolutionär-konstruktivistische Grundperspektive, aber auch manche interessante Einzelkenntnisse verdanke ich den unvergeßlichen täglichen Mittagsdiskussionen mit dem Institutsleiter RUPERT RIEDL und seinem Kreis.“ (Ciompi 1997, 14)
2.2 Menschenbild bei Ciompi
Die Wissenschaft hat emotionale Phänomene unter anderem auch aus methodologischen und definitorischen Gründen lange Zeit vernachlässigt. Daraus lässt sich folgen, dass ein einseitig intellektzentriertes Welt- und Menschenverständnis das wissenschaftliche Denken doch lange Zeit fast ausschließlich beherrscht hat. Der Fortschritt in neurobiologischen Forschungen lässt die Idee der Emotionen und deren enge Verbindungen von Wahrnehmung, Denken sowie Verhalten immer genauer aufzeigen. (vgl. Ciompi 1997, 11) Daraus hat sich auch der wichtigste Ausgangspunkt der „Affektlogik“ entwickelt –„ dass affektive und kognitive Komponenten oder Fühlen und Denken – in sämtlichen psychischen Leistungen obligat zusammenwirken.“ (ebd. 13)
Nach dem Konzept der Affektlogik muss sich das Welt- und Menschenbild tiefgreifend verändern, das Funktionieren des gesamten Denkens wird hinterfragt. Denken wird dabei von untergründigen Gefühlen und Stimmungen mit bedingt. Ciompi stellt damit das Kernstück der menschlichen Freiheit in Frage, denn die „subjektive“ Gedankenfreiheit erweist sich dabei als stimmungsabhängig und affektgeleitet. Er meint dazu sehr treffend:
„Alles was ich wahrnehme und denke, ist unweigerlich von meiner Herkunft, meinem persönlichen wie beruflichen Werdegang und, allgemeiner gesagt, von der Summe meiner Erfahrungen geprägt und limitiert. Ebenso beschränkt sind meine persönlichen Wahrnehmungs- und Aufnahmefähigkeiten, mein Gedächtnis und meine intellektuellen Fähigkeiten überhaupt weitere Grenzen sind mir von meinem Charakter, meinen Energien, meinem Alter und meiner gesamten persönlichen Situation gesetzt.“ (ebd. 37)
Wirklich objektive Entscheidungen und auch eine subjektive Wahlfreiheit ist demnach nicht möglich. „Was wir sehen von dieser Welt und allem darin, mit Einschluß von uns selbst, hängt (…) in erster Linie davon ab, wie wir sie anschauen.“ (ebd. 335) Wir treffen in ein und derselben Welt auf optimistisch oder pessimistisch Gestimmtheit, Zuversicht oder Angst. Ein und dieselbe Wirklichkeit kann mit Hass besetzt sein, aber auch mit Frieden, je nach dem mit welchen Affekten wir diese verknüpfen. Daraus kann gezogen werden, dass es nicht ein Welt- oder Menschenverständnis aus der Perspektive der fraktalen Affektlogik gibt, sondern mehrerer und grundsätzlich miteinander kaum vereinbarende. (vgl. ebd. 335)
Ciompi geht in seiner Arbeit von einem relativen Konstruktivismus aus, denn seines Erachtens würde ein allzu radikaler Konstruktivismus zu einer Verneinung jedes absoluten Wahrheitsanspruches frühen und jede Möglichkeit zur Erkenntnis „der Wahrheit an sich“ als unmöglich darstellen.
„Ein solcher nur „relativer Konstruktivismus“, wie ich diese meines Erachtens nötige Einschränkung eines allzu radikalen Konstruktivismus nennen möchte, anerkennt zwar voll, daß unsere Welterklärungen durch unsere eigenen Bedürfnisse und Strukturen determinierte Konstrukte sind, die sich an keinerlei externer ‚Realität an sich‘ validieren lassen. Zugleich aber hält er an der Hypothese fest, daß es eine solche Realität tatsächlich gibt, und daß gerade auch die genannten Bedürfnisse und Strukturen mitsamt den dadurch hervorgebrachten Welterklärungen nichts als ein Teil dieser Realität sind, (…). Von ‚Wissen‘ in einem strengen Wortsinn kann dabei freilich nicht die Rede sein.“ (ebd. 31)
Wir nehmen den gerade für uns relevanten Ausschnitt wahr. Ciompi nennt diesen Vorgang die „Selektion des Relevanten“ bei dem immer auch die Affekte eine wichtige Rolle spielen. „Denn was für uns Realität ist, oder wird, hängt (auch) von unserer affektiven Stimmung ab.“ (ebd. 36) Sein Realitäts- und Menschenverständnis zeigt einen Menschen „mit all seinen Konstrukten, die sowohl als Produkt und signifikanter ‚Sensor der Wirklichkeit‘ wie auch als aktiver (Mit-)Gestalter und Bewirker seiner Wirklichkeit selber erscheinen.“ (ebd. 37)
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2.3 Luc Ciompis Theorie der “fraktalen Affektlogik”
2.3.1 Chaostheorie
Bevor Luc Ciompi zur „fraktalen Affekttheorie“ übergeht, erläutert er zuerst die wichtigsten Eigenschaften der Chaostheorie, eine Theorie nichtlinearer Dynamik komplexer Systeme. Es handelt sich um eine sprunghafte nichtlineare Veränderung, die blitzschnell und nicht langfristig vorhersehbar ist. Es ist eine Art geregeltes Durcheinander indem die Unabhängigkeit und Autonomie im dauernden Wechsel mit der Pflicht und der Notwendigkeit stehen. So ist zum Beispiel bei einer Lawine immer ein 10% Restrisiko. Egal wie genau und präzise man jegliche messbaren Einflussfaktoren ( Hangneigung, Hangrichtung, vorhandene Schneedecke, Neuschneemengen. Wetter,…) einer Lawine errechnen, es werden immer ein paar unvorhersehbare Elemente eine Rolle spielen. Eine Lawine wird nie zu 100% kalkulierbar sein, so wird sie uns immer wieder aus verschiedensten Gründen überraschen. (vgl. Munter 2003)
Die Chaostheorie beschäftigt sich mit Prozessen die sich wiederholen. „(…)iterative Prozesse, bei denen die in einer ersten Runde erreichte Endsituation zur Ausgangssituation für die nächste Runde wird. (…)Die Entfaltung psychischer und psychologischer Prozesse von Moment zu Moment, von Tag zu Tag und von Jahr zu Jahr sind typisch iterative Vorgänge.(…)Jede Periode beeinflusst und verändert die nachfolgende. Gewisse Störeinflüsse können sich deshalb mit der Zeit potenzieren oder auch annullieren.“ (Ciompi 1997.134)
Diese geringen Veränderungen der Ausgangssituation können zu enormen Unterschieden in der Endsituation führen. Ein gutes Beispiel hierfür ist die „Bäcker-Transformation“. (Ciompi 1997,139) Beim Kneten eines Teiges verändert sich permanent die Form und so kann aus dem gleichen Teig zuerst ein Kreis und dann ein Quadrat geformt werden. Luc Ciompi deutet auch auf den Schmetterlingseffekt indem minimale Abweichungen in den Anfangsbedingungen von komplexen, dynamischen Systemen im langfristigen Verlauf zu einer völlig anderen Entwicklung führen. (vgl. Ciompi 1997,139)
Das Doppelpendel zeigt uns ein chaostheoretisches System. Die Bewegung des zweiten Körpers wird offensichtlich von der des ersten beeinflusst und erzeugt so ein unvorhersehbares Bewegungsmuster, welches exponentiell auf Störungen reagiert. Relevant für diese Veränderungen sind die Kontrollparameter und die Ordnungsparameter. Die Kontrollparameter sind die wesentlichen Zustände der Umgebung und die Ordnungsparameter entsprechen den spezifischen Bestandteilen, die oft am Anfang noch zweitrangig sind und dann abrupt die führende Rolle übernehmen (vgl .Ciompi 1997, 146).
Geleitet werden die Systeme von Attraktoren und Repulsoren. Die Attraktoren sind Punkte auf die sich die Systeme notwendigerweise bewegen und die Repulsoren sind Bereiche die einen sehr hohen Energieaufwand benötigen und so schnell wie möglich wieder vermieden werden. (vgl. Ciompi 1997,143).
2.3.2 Fraktalität in deterministisch-chaotischen Systemen
Die Fraktalität eines Systems hat eine dimensions- oder skalenunabhängige Selbstähnlichkeit, dass heißt das System unterliegt immer wieder der gleichen Grundregel. So verbirgt sich „in jedem kleinsten Teil der Natur immer schon das Ganze und anderseits im Ganzen auch schon jeder Teil.“ (Ciompi 1997, 150) Eine Analogie reicht jedoch noch nicht, es muss exakt der gleichen Grundstruktur folgen.
„So zieht sich etwa ein ähnlicher zellulärer Aufbau, und zu einem guten Teil auch ein gleichartiger Organaufbau, durch fast das gesamte Tierreich. Und alle Wirbeltiere weisen einen gleichartigen Grundbauplan des Skeletts auf, obwohl innerhalb dieses Grundmusters vom Fisch zum Reptil, zum Vogel und zum niedrigen sowie höheren Säuger immer neue Variationen und Fulgurationen auftreten.“ (Ciompi 1997, 152)
Jede Struktur hat etwas eigenes was anhand der anderen nicht erklärt werden kann. In natürlichen Systemen wirken also mehrere Fraktale verschiedener Dimensionen in komplexer Weise zusammen.
2.3.3 Fraktale Affektlogik
Laut Ciompi sind die Gedanken, die Gefühle und der Körper eine Einheit und wirken gesetzesgemäß zusammen. Die Aktivität enthält kognitive und emotionale Elemente, so gibt es keine Aktion ohne Emotion. Reflexe sind auch affektiv-kognitive Systeme. Ciompi nennt die affektiv-kognitiven Systeme „ Fühl-Denk-Verhaltensprogramm“ und dieses ist ein angeborenes sensomotorisches Schemata. Sie werden im Gedächtnis abgespeichert und in ähnlichem Kontext in der Folge immer wieder gemeinsam aktiviert. Das Denken beeinflusst die Gefühle und die Gefühle beeinflussen das Denken, daher ist die Affektlogik erstens die Logik der Affekte und zugleich die Affektivität der Logik (vgl. Ciompi1997,46). Einige Definitionen zu Chiompis „fraktalen Affektlogik“:
„Ein Affekt ist eine von innen oder äusseren Reizen ausgelöste, ganzheitliche psycho-physische Gestimmtheit von unterschiedlicher Qualität, Dauer und Bewusstseinsnähe.“(Ciompi 1997,67)
„Affekte“ sind „psychophysische Befindlichkeiten von unterschiedlicher Dauer, Qualität und Bewutseinsnähe.“ (Ciompi2 1997, 129)
„Unter Kognition ist das Erfassen und weitere neuronale Verarbeiten von sensorischen Unterschieden und Gemeinsamkeiten beziehungsweise von Varianzen und Invarianzen zu verstehen“ (Ciompi1997,72) Die neuronalen Verbindungen werden umso durchgängiger, je häufiger sie aktiviert werden.
„Als „Logik“ bezeichnen wir die Art und Weise, wie kognitive Inhalte miteinander verknüpft werden“ (Ciompi 1997,78)
Ein Affekt ist der grundlegende Operator unseres „Fühl-Denk-Verhaltensprogammes“. Es ist die Kraft, die auf uns einwirkt und uns beeinflusst. Jedes. Affekt hat seine eigenen Operatorenwirkungen auf das Denken. „Angstlogik“, „Lustlogik“, „Trauerlogik“, „Freudelogik“ und „Alltagslogik“ sind typische Attraktoren, die solange der betreffende Affekt vorherrscht, alles Wahrnehmen und Denken in ihren Bann ziehen. (vgl. Ciompi 1997,153) Es entstehen sogenannte »affektiv-kognitive Eigenwelten». Ciompi spricht von einer Kugel die unsere jeweiligen Aufmerksamkeits- und Bewusstseinsfokus repräsentiert. Unser Fühl-Denk-Verhaltensprogramm arbeitet gezielt nach unseren Hauptinteressen. Wir suchen uns laut Ciompi immer die „Lustwege“ aus und suchen uns so selektiv unseren Weg. Wir speichern auch nur bestimmte Muster in unserem Gedächtnis ab. Wir merken uns Verhalten die uns besonders geprägt haben oder konzentrieren uns auf unsere Auswahl des Lebensinhaltes.
Als Beispiel hierfür ist die „Graugansphase“. Es wird zum Beispiel die erste Phase des Erlebens und Kennenlernens einer Universität aus der Sicht eines neuen Studenten bezeichnet. Diese erste entscheidende Prägephase bestimmt die künftige Zusammenarbeit enorm. Wir sind immer in irgendeiner Weise gestimmt und somit nie affektfrei. Inndifferenz, eine Art Gedankenlosigkeit ist auch eine Stimmung und hat spezifische Wirkungen auf unser Denken und unsere Reaktion. Die Affekte finden nicht nur im Hirn und Geist statt, sie sind psychosomatisch und finden ebenfalls im Körper statt. So überfordert Stress die Reaktionsmöglichkeit des Körpers und kann zu chronischen Folgekrankheiten führen. Laut Margret Ehlers stören die Psychische Belastungen die körpereigene Kommunikation Es gibt nicht nur allgemeine sondern auch spezifische Operatorenwirkungen der Affekte auf das Denken. Die wichtigsten sind:
• Interesse- bzw. Intentions- oder Hungergefühle. Diese funktionieren als elementarer Bewegungsimpuls des „Hin-zu“. • Angstgefühle. Das sind lebenswichtige Warner vor Gefahr, sie führen uns weg von gewissen Situationen. • Wut und Aggressivität. Sie sichern uns vor psychologischen Grenzen und helfen der Aufrechterhaltung der persönlichen und kollektiven Identität. • Trauer. Es ist eine Abgrenzung von Depression und Melancholie. Dieser Abgrenzungsprozess macht die unnütz gebundenen emotionalen Energien wieder frei für neue Objekte und Aufgaben. • Lustbetonte Gefühle wie Freude, Liebe, Vergnügen. Diese Attraktoren schaffen Bindungen und erfüllen somit eine lebenswichtige soziale Funktion. (vgl. Ciompi 1997, 99f.)
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2.4 Kommunikation bei Ciompi
Wie sich Ciompis Konzept der „Affektlogik“ auf unsere Kommunikation auswirkt, zeigt folgendes Kapitel. Es handelt sich hier um ein soziales Phänomen, von dem wir wissen, dass es von affektiven Komponenten gesteuert wird. Zum besseren Verständnis der folgenden Erläuterungen, hier einige Kernaussagen der fraktalen Affektlogik zur Wiederholung:
• Emotionale und kognitive Komponenten (Fühlen und Denken, Affekt und Logik) stehen in allen psychischen Leistungen zueinander. • Affekte wirken auf unser Denken – sie ziehen wie Magnete bestimmte Gedanken an und stoßen andere ab. • Affektkomponenten wirken auf unser Denken (Aufmerksamkeit, Gedächtnis) in organisatorisch-integrierender Art und Weise (Operatorwirkung). • Die „Psyche“ entwickelt vom ersten Lebenstag an sogenannte FDV-Programme (Fühl-, Denken-, Verhaltensprogramme) die laufend unser Bezugssystem (kognitive Schemata) durch Erleben und Handeln erschaffen und vorhandene aktualisieren.
Wie funktioniert also die Kommunikation nach dem System von Ciompi? Was sind die Voraussetzungen für eine geglückte Kommunikation?
Grundlegend kann schlussgefolgert werden, wenn die Affekte unser Denken und Verhalten leiten und bestimmen, sie auch dementsprechend aktiv an unserer verbalen sowie nonverbalen Kommunikation beteiligt sind. Compi spricht daher auch von „allgegenwärtiger affektiver Kommunikation“. (vgl. Ciompi 1997, 132) Voraussetzung ist eine „minimale affektive Übereinstimmung“ der Gesprächspartner, was soviel bedeutet wie auf einer gemeinsamen „Wellenlänge“ mit seinem Gegenüber zu sein. Die besten Verbesserungsvorschläge wird ein wütender Empfänger von seinem Sender nicht zu schätzen wissen, wenn sich seine gereizte Stimmung nicht ändert. Eine nicht gelingende Kommunikation bereitet auf beiden Seiten Missstimmung. Daher ist das Phänomen der „Einstimmung“ - auch „Affektive Ansteckung“ genannt – von großer Bedeutung für das Gelingen von Kommunikation. Affekte teilen sich verbal und nonverbal auf ungeheuer schnellem und feinem Wege mit. Dabei wird eine ganz bestimmte Stimmung vermittelt:
„Gereiztheit oder Angst, Heiterkeit oder Trauer teilen sich sofort mit und könne, sofern sie nur von einem dominanten Individuum, beispielsweise einem Gruppenleiter oder sonst einer Führerfigur, ausgehen, mitsamt den zugehörigen kognitiven Inhalten und Verhaltensbereitschaften unter Umständen ein ganzes Feld blitzschnell ‚versklaven‘. Die Folge ist das Überhandnehmen einer kollektiven Wutlogik, Angstlogik, Freudlogik oder Trauerlogik mitsamt ihren je spezifischen Operatorwirkungen (…). (Ciompi 1997, 249)
Die affektive Gestimmtheit wirkt strukturierend, sie bestimmt, was wahrgenommen, beachtet wird und in sein eigenes affektiv-kognitives Bezugssystem aufgenommen wird, und was nicht. (vgl. ebd., 250) Jedoch können - durch die Auswirkung der Operatorwirkung auf das Denken - einem selbst die abstrusesten „kollektiven Verrücktheiten“ als stimmig und richtig vorkommen. Dies spielt sich nicht nur auf mikrosozialer Ebene ab, auch ganze Völker können von diesen Mechanismen manipuliert werden, was beispielsweise der Nationalsozialismus zeigt. (vgl. Ciompi 2 1997, 132) Nur mit einem minimalen gemeinsamen affektiven Nenner – einer gemeinsamen Grundstimmung – ist gemeinsames Handeln möglich. Ein Zusammenhalt einer (Volks-) Gruppe kann ganz einfach durch gemeinsames Denken und Handeln erreicht werden. Es genügt schon die affektive Polarisierung auf einen gemeinsamen Feind.
Wie bereits oben erwähnt, betrifft diese Ansteckung der Grundstimmung nicht nur die verbale, sonder vor allem die nonverbale Ebene. Mit der Körperhaltung, der Gestik, im Stimmfall, in der Mimik usw. teilen wir mit und drücken uns aus. Diese grundlegende Stimmung kann nur schwer bis gar nicht von uns bewusst verborgen werden, sie teilt sich unbewusst mit und unsere Kommunikationspartner nehmen diese auch genauso unbewusst wahr. Unser Körper kann also nicht „nicht authentisch“ sein. Auch das Abspeichern und Wiedererinnern von Informationen in unserem Gehirn ist von dieser Grundstimmung abhängig. So kann ein Familienessen von lustigen gemeinsamen Erinnerungen gespickt sein, aber auch – je nach Stimmung – von traurigen Erlebnissen betrübt werden. (vgl. ebd., 133)
Die affektive Komponente von Kommunikation soll auch in der Pädagogik mehr Bedeutung zugeordnet werden. Ciompi meint dazu, dass eine Schule ganz anders aussehen müsse, wenn die Verflechtung von Affekt und Intellekt ernst genommen werden würde, wenn das Wissen um die Operatorwirkungen der Affekte auf Lernen und Erinnern mitberücksichtigt würde. (vgl. ebd., 133)
3. Luhmann
3.1 Biographie von Niklas Luhmann
Niklas Luhmann wurde am 08.Dezember 1927 in Lüneburg geboren und wuchs unter liberalen Verhältnissen in einer mittelständischen Familie auf. Im Jahr 1942 wurde er als Luftwaffenhelfer eingezogen und befand sich bis September 1945 in amerikanischer Kriegsgefangenschaft. Von 1946 -1949 studierte Luhmann Jura in Freiburg im Breisgau, beendete seine Referendarausbildung und arbeitete anschließend mehrere Jahre in der öffentlichen Verwaltung. Während dieser Tätigkeit in der Verwaltung sammelte Luhmann viele Erfahrungen in der Organisation und machte unter anderem die Erkenntnis, dass Organisationen auf Beziehungen beruhen.
Im Jahr 1960 heiratete Niklas Luhmann Ursula von Walter.
Im selben Jahr begann er an der Universität in Harvard ein Studium der Verwaltungswissenschaften bei Talcott Parsons. In Harvard begann Luhmanns soziologische Karriere, da er sich während dieser Zeit sehr intensiv mit der allgemeinen Systemtheorie von Talcott Parsons auseinandersetzte. Später baute Luhmann seine Theorie der sozialen Systeme zum Großteil darauf auf.
Nach einem einjährigen Aufenthalt in den USA arbeitete er bis 1965 an dem Forschungsinstitut in der Verwaltungshochschule in Speyer mit. Mit der Unterstützung von Helmut Schelsky promovierte und habilitierte er in Soziologie an der Universität in Münster. Darauf folgte die Abteilungsleitung an der Sozialforschungsstelle in Dortmund sowie die Tätigkeit als erster Ordinarius an der neu gegründeten Universität in Bielefeld. Im Jahr 1971 veröffentlichte Luhmann zusammen mit Jürgen Habermas das Werk „Theorie der Gesellschaft oder Sozialtechnologie – Was leistet die Systemforschung?“. Dieses Buch machte Luhmann neben Habermas zu einem der bedeutendsten Soziologen und Gesellschaftstheoretiker des 20. Jahrhunderts in Deutschland.
Zu Luhmanns Veröffentlichungen schreibt Klassen 2004, 18 sehr anschaulich: „Seine steile soziologisch-wissenschaftliche Karriere und sein außerordentliches Renommee im deutschsprachigen Raum sind nicht zuletzt einer beachtenswerten Publikationsstrategie – über 130 Monographien (inklusive Übersetzungen) und über 380 Artikel – zu verdanken. Luhmann strebte die monotheoretische Erfassung der gesamten Gesellschaft an: der Soziologe als letzter Universalist. Seinen all umfassenden Anspruch versuchte er schließlich in dem Werk „Gesellschaft der Gesellschaft“ (1997) zu begründen – neben dem 1984 erschienenen „Soziale Systeme: Grundriß einer allgemeinen Theorie“ Luhmanns Hauptwerk.“ Luhmann lehrte an der Universität in Bielefeld bis er im Jahre 1993 emeritierte. Niklas Luhmann verstarb am 06. November 1998 in Oerlingshausen. (vgl. Klassen 2004,18f)
3.2 Das Menschenbild bei Luhmann
In Niklas Luhmanns Theorie wird der Mensch als ein „Fleckerlteppich“ von voneinander getrennten Systemen (vgl. Klassen 2004, 82-83) beschrieben. Er erklärt sich das Phänomen des „Menschen“ als ein Konglomerat von voneinander unabhängig bestehender autopoietischer lebender Systeme; somit lässt sich die Konstruktion „Mensch“ theoretisch analysieren und wieder neu rekombinieren. Luhmann bevorzugt in der Konsequenz dieser Annahme nicht vom „Menschen“ sondern von „Person“ zu sprechen. Die soziale Konstitution der „Einheit Mensch“ dient nur der Identifikation von Verhaltenserwartungen und der neuen Ordnung bzw. Zuordnung von Erwartungszusammenhängen. Die Einheiten „Mensch, Person, Seele, etc..:“ entspringen dem Phänomen der Kommunikation und können auch nur durch dieses bestehen (vgl Dziewas 1992, 115f).
Wichtig ist zu betonen, dass dieses analytische Vorgehen keineswegs mit inhaltlichen Überzeugungen verwechselt werden darf. Luhmann ist weder menschenfeindlich und inhuman noch hält er den „Menschen“ als wissenschaftlich unwichtig. Er untersucht Themen und Phänomene, die „Menschen“ fundamental interessieren: Kommunikation, Liebe, Geld, Religion, Massenmedien etc… Aber, und das ist der springende Punkt, um diese Phänomene richtig erfassen zu können, muss man sich von dieser Analyseeinheit „Mensch“ verabschieden (vgl. Berghaus 2004, 34). Der Mensch ist aber nicht nur ein Konglomerat an lebenden Systemen sondern auch ein sinn- konstituierendes System, das durch die jeweilige operative Geschlossenheit füreinander Umwelten darstellt (vgl. Klassen 2004, 82).
Das Handeln des „Menschen“ ist laut Luhmann an sich subjektlos und antiintentional. Erst der Beobachter einer Handlung kann folglich dieser Handlung Zweck, Subjekte und Intention zuschreiben. Interne Einwirkungsmöglichkeiten besitzt das psychische System selbst, wohingegen Einwirkungen von außen in Form von direktem (d.h. kausalem) Einfluss nicht möglich ist. Die Reaktion auf die zunächst stattgefundene Irritation bleibt ungewiss und ist abhängig von der jeweiligen Determiniertheit des Systems. Trotzdem verfügt der „Mensch“ über die Möglichkeit zur externen Einwirkung auf andere Menschen, Ressourcen und soziale Systeme und können diese (insbesondere indem die Bedürfnis- und Wunscherfüllung von anderen über psychomotorische Aktivitäten gesteuert wird) beeinflussen (vgl. Klassen 2004, 98).
Luhmann begründet ein dualistisches Konzept in Bezug auf das „Leib-Seele Problem“ (Klassen 2004, 97), indem er der Auffassung des Menschen von Ludwig Wittgenstein folgt, die besagt, dass mentale und physische Prozesse von einander unabhängig seien.
3.3 Luhmanns Theorie der sozialen Systeme
Im Mittelpunkt von Luhmanns Systemtheorie stehen die sozialen Systeme. Sie gehören neben den biologischen und psychischen zu den wichtigsten Systemen. Doch was sind soziale Systeme? Soziale Systeme sind konstituiert durch Kommunikation und bedingen sich selbst durch das Prinzip der Autopoiesis, der Selbsterzeugung des Systems. Jedes System (so auch z.B. menschliche Kommunikationssysteme) funktionieren nach eigenen Gesetzten – nach einer so genannten eigenen inneren Logik. Eine äußere Steuerung ist daher nicht möglich, da das System logisch in sich geschlossen ist und nur aufnimmt, was gemäß dieser Logik ins System passt, d.h. es handelt gemäß dem Prinzip der Selbstreferrenz. Laut Luhmann gibt es drei Systemtypen innerhalb der sozialen Systeme: Gesellschaft, Interaktion und Organisation.
Autopoiesis geschieht in sozialen Systemen dadurch, dass Kommunikation weitere Kommunikation auslöst – in einem logischen Schluss operieren soziale Operationen durch Kommunikation. Kommunikation ist eine selbstreferenzielle soziale Operation, das heißt, dass sie sich nur auf ihre internen Operationen bezieht und trotzdem kognitiv offen bleibt. Selbstreferenzialität bezeichnet die Fähigkeit jedes lebendigen Systems, einen Bezug zu sich selbst in Abgrenzung zur Umwelt herzustellen. Analog dazu operieren biologische Systeme durch Leben und psychische Systeme durch Bewusstseinsprozesse (Wahrnehmung, Denken, Fühlen, Wollen, Aufmerksamkeit – (vgl. Berghaus 2004, 62).
Da soziale Systeme nach Luhmann - wie oben beschrieben - aus Kommunikation bestehen ist eine ganzheitlich systemische Betrachtungsweise unbedingt notwendig um besondere soziale Zusammenhänge zu verstehen (vgl. Dziewas 1992, 114).
Luhmann betont die Autonomie der sozialen Systeme gegenüber dem individuell menschlichem Bewusstsein und Willen. Damit Gesellschaft/ Organisation/ Interaktion entstehen kann, muss es zwar Menschen geben, aber das „warum“ „wieso“ Gesellschaft entstehen kann und „weshalb Kommunikation funktioniert“, kann dadurch nicht erklärt werden (vgl. Dziewas 1992, 115). Der Mensch spielt in Luhmanns Theorie der sozialen Systeme keine zentrale Rolle – er steht an der Grenze zwischen Kommunikation und Gesellschaft. Gesellschaft ist in diesem Sinne nicht als Ansammlung von „Menschen“, sondern eher als operativ- geschlossene Prozesse der Kommunikation zu verstehen (vgl. Berghaus 2004, S.62).
Für Luhmann steht fest, dass soziale Systeme weder aus psychischen Systemen noch aus tatsächlichen Menschen bestehen, d.h. diese sind nicht im System enthalten und befinden sich folglich in der Systemumwelt (vgl. Dieckmann 2004, 230f). Wobei Luhmann keinen Bedeutungsunterschied macht zwischen System und Systemumwelt, da die Systemumwelt das System konstitutiv in der Differenz zu ihm mitbestimmt.
Die Position des Menschen in der Umwelt des sozialen Systems ist eine logische Folge der Anwendung des Analog-Systems durch Luhmann. Entweder gilt das soziale System als der tragende Grund, dem alles andere als jeweilige Teileinheit untergeordnet wird (somit auch der Mensch), oder der Mensch - als psychisches System - wird als tragender substantieller Grund gesehen, während alles andere diesem logischen Zentrum untergeordnet wird. Das binäre Modell der Logik geht vom Zentrum Einheit aus, z.B. vom Menschen. Zur kategorialen Einheit gehört unablösbar alles, was nicht kategoriale Einheit ist: das Mit-bestimmt-werden des Menschen durch seine Umgebung, das Einwirken von sozialen Verbindlichkeiten auf den Menschen, das Einwirken des Menschen auf sein kulturelles Umfeld usw. (Dieckmann 2004, 231) Die bestehenden sozialen Systeme „entziehen“ dem beteiligten Menschen Handlungen. Zumeist dominiert die Situation die Handlungswahl (vgl. Dziewas 1992, 132)
Laut Luhmann wird der Mensch an sich nicht negiert, allerdings aber seine Zugehörigkeit zu einem bestimmten System – da die bestehende Gesellschaftsstruktur vom Menschen die Teilhabe an mehreren Systemen fordert. Da aber die Systemzugehörigkeit nach dem Prinzip „Ganz oder gar nicht“ funktioniert und der Mensch aufgrund gesellschaftlicher Gegebenheiten dem nicht Folge leisten kann, bleibt der Mensch in der Systemumwelt (vgl. Dziewas 1992, 113). Luhmann spricht dem Menschen damit aber nicht die Bedeutung für die Entstehung und die Beständigkeit sozialer Systeme ab, sondern er unterstreicht, dass das Besondere sozialer Systeme nicht aus individual partikularischer Sicht beschrieben werden kann sondern ganzheitlich-systemischer Betrachtungsweise benötigt.
3.4 Anwendung der Systemtheorie in den Medienwisseschaften (Fischnaller Nina, Gröschl Edith, Zingerle Anya K.)
3.4.1 Allgemeines
Bereits in den 1960er Jahren hat die Systemtheorie Einzug in die Medienwissen-schaften gehalten. V. a. die durch Luhmann überarbeitete Systemtheorie etablierte sich innerhalb der Kommunikations- bzw. Medienwissenschaften und hatte in den 1990er Jahren ihren Höhepunkt.
Durch Luhmanns Schrift „Die Realität der Massenmedien“ wurde eine der drei Sys-temtheorien der Massenmedien vorgelegt, die wie folgt lauten (vgl. Weber, S. 213):
1. „Marcinkowskis Publizistik als autopoietisches System“ 2. „Blöbaums Journalismus als soziales System“ 3. „Luhmanns Massenmedien als soziales Funktionssystem“.
Luhmann hat durch seine Arbeit versucht, die Messenmedien in die Gesamtheit der sozialen Funktionssysteme (vgl. ebenda) aufzunehmen. Außerdem hat er sich dazu folgende Gedanken gemacht:
„Unter ‚Ausdifferenzierung’ ist die Emergenz eines besonderen Teilsys-tems der Gesellschaft zu verstehen, das die Merkmale der Systembildung, vor allem autopoietische Selbstreproduktion, Selbstorganisation, Struktur-determiniertheit und mit all dem: operative Schließung selbst realisiert […] Die Analyse des Systems der Massenmedien liegt deshalb auf derselben Ebene wie die Analyse des Wirtschaftssystems, des Rechtssystems, des politischen Systems usw. der Gesellschaft und hat über alle Unterschiede hinweg auf Vergleichbarkeit zu achten. Der Aufweis eines funktionssys-temspezifischen Codes, der nur in dem betreffenden Systems als Leitdiffe-renz benutzt wird, ist ein erster Schritt in diese Richtung.“ (vgl. Luhmann 1996, S. 49, zitiert nach Weber, S. 214)
3.4.2 Luhmanns Weiterführung seiner Systemtheorie im Bezug auf die Massenmedien
In seinem Werk „Die Realität der Massenmedien“ spricht Luhmann darüber, dass die in den Massenmedien dargestellte Realität die einzige sei, die den Menschen zur Verfügung steht. Für ihn sind die Massenmedien ein soziales System, dessen Elemente aus kommunikativen Operationen bestehen (vgl. Bade, S. 1).
In der darauf folgenden Zeit konzipierte Luhmann die Begriffe „Information“ und „Nichtinformation“ (vgl. Weber, S. 214) als „Code des Systems der Massenme-dien“ (vgl. ebenda). Wichtig ist bei Luhmann, dass diese Begriffe in allen sozialen Systemen als elementares Merkmal vorhanden sind. Er definierte als die „drei Prog-rammberichte des Systems“ (vgl. ebenda) folgende:
1. Nachrichten und Berichte 2. Werbung 3. Unterhaltung.
Kommunikation ist nur mittels Informationen bzw. Übertragung derselben möglich. Jeder der drei oben genannten Bereiche trägt in irgendeiner Weise zur Informationsübertragung bei und damit zur „Konstruktion gesellschaftlich geteilter Realität“ (vgl. Bade, S. 1).
Im Bezug auf Massenmedien wird oft von gesellschaftlicher bzw. individueller Mani-pulation gesprochen, welche aber im systemtheoretischen Blickfeld als haltlos gilt, weil durch die Massenmedien gewährleistet wird, dass die gesellschaftliche Realität dadurch sehr differenziert dargestellt wird.
„Luhmanns Theorie der Massenmedien enthält die implizite Aufforderung an den Einzelnen, sich still zu verhalten: Das System ist von außen ohne-hin nicht direkt zu beeinflussen, und das ist gut so – es wird schon wissen, was es tut. So legt Luhmanns wissenschaftlicher Anspruch einer adäqua-ten Beschreibung durchaus bestimmte Handlungs- oder eher Unterlas-sungsweisen nahe: Passivität und Affirmation des Bestehenden.“ (ebenda)
3.4 Kommunikation bei Luhmann:
„Ohne Kommunikation gibt es keine menschlichen Beziehungen, ja kein menschliches Leben. Eine Theorie der Kommunikation kann sich deshalb nicht nur mit Ausschnitten aus dem Bereich des gesellschaftlichen Zusammenlebens befassen“. (Luhmann 2001, 76)
Um den Kommunikationsbegriff wie ihn Niklas Luhmann formuliert, besser zu verstehen bzw. zu veranschaulichen, werden in dieser Arbeit zunächst einige grundlegende Begriffe erläutert. Kommunikation, ein vom deutschen Soziologen häufig und zentral behandeltes Thema, wurde von ihm nicht mehr als eine Thematik der Psychologie verstanden, sondern als ein zentraler sozialwissenschaftlicher Aspekt seines Theoriekonstruktes verwendet (vgl. Dieckmann 2004, 130 ff.).
Die vielfach zitierte Aussage „Nur Kommunikation kann kommunizieren“ (Luhmann 2001, 95) bezieht sich darauf, dass Kommunikation ein sui generis darstellt, einen Sachverhalt (in diesem Falle ein System) eigener Art. Dieser impliziert in der Luhmann’schen Theoriebildung zumeist nicht das, worunter Kommunikation im Alltagsgebrauch, d.h. als einen Austausch von Information zwischen Individuen, verstanden wird. So schreibt etwa Dieckmann, dass Kommunikation als zentraler Aspekt sozialer Systeme gilt. Kommunikation ist nicht gleichzustellen mit einer Mitteilung zwischen Person A und anderen Personen – Kommunikation ist vielmehr Mittel, das das Soziale zu Sozialem macht (vgl. Dieckmann 2006, 146).
Was also ist Kommunikation?
Für Luhmann gehört Kommunikation - neben Handlungen - zu den Resudien, d.h. zu „den“ Grundbausteinen von Gesellschaft, jenen Bestandteilen, die übrig bleiben, wenn alle Besonderheiten eines Sachverhaltes entfernt worden sind. Erst durch das Netzwerk bzw. durch die Grundlage der Kommunikation können Handlungen und somit auch erst Gesellschaft entstehen (vgl. Dieckmann 2004, 144). Zum anderen ist Kommunikation kein „Produkt“ aus Menschenhand, sondern sie stellt ein geschlossenes, autopoietisch agierendes System dar, welches die Bestandteile, aus denen es sich zusammensetzt, selbst produziert und reproduziert (vgl. Luhmann 2001, 101).
Kommunikation kann nur in einem bereits vorhandenen System bzw. Netzwerk von Kommunikationen entstehen und auch nur dann „erfolgreich“ sein, wenn ein dreistufiger Selektionsprozess durchlaufen wurde, in welchem eine Synthese dieser drei verschiedenen Selektionen stattfindet. Dieser Selektionsprozess umfasst „die Selektion einer Information, Selektion der Mitteilung dieser Information und selektives Verstehen oder Missverstehen dieser Mitteilung“ (Dieckmann 2004, 130).
Zu den Bedingungen, denen die Kommunikation unterliegt, gehören, dass zunächst der Unterschied/die Differenz von Information und Mitteilung verstanden werden muss. An diesen schließt sich der Entschluss zur Mitteilung der Information an. Im Verstehen erfasst die Kommunikation einen Unterschied zwischen dem Informationswert ihres Inhalts und den Gründen, aus denen der Inhalt mitgeteilt wird. Liegt diese Trennung der drei Selektionen nicht vor bzw. wird diese nicht vorgenommen, findet keine Kommunikation sondern lediglich eine Wahrnehmung statt (vgl. Dieckmann 2004, 130).
Nicht das Mitteilen selbst stellt bereits die Kommunikation dar, sondern von erfolgreicher Kommunikation kann erst gesprochen werden, wenn diese auch verstanden worden ist. (Erfolgreiche) Kommunikation so Niklas Luhmann in seinem Aufsatz „Die Unwahrscheinlichkeit der Kommunikation“ sei bzw. bleibt - obwohl Kommunikation tagtäglich erlebt und verwendet wird und diese eine Grundlage unserer Existenz darstellt – immer unwahrscheinlich (vgl. Luhmann 2001, 78). Eine Aussage, wie „der Mensch könne mit der Gesellschaft kommunizieren“ ist aus mehreren Gründen im Sinne der Systemtheorie nicht als eine wahre Aussage zu bezeichnen. Zum einen kann Kommunikation aufgrund ihrer Strukturdeterminiertheit, und daraus folgend, in ihrem Operationsschema, das nach dem Modus Ja/Nein abläuft, nur in ihrem eigenen System operieren und somit nicht z.B. mit einem psychischen System kommunizieren. Zum anderen stellt der Mensch kein System an sich dar - der Mensch nach Luhmann ist ein „Konglomerat“ aus verschiedenen Systemen (vgl. Dziewas 1992, 113 ff.).
Kommunikation kann zwar nicht linear bzw. direkt gesteuert werden, aber sie lässt sich vor allem durch das psychische System, dem Bewusstsein, stören oder anders ausgedrückt „anregen“. Das Ausmaß bzw. die Wirkung dieser „Störung lässt sich nicht direkt voraussagen, denn die Form der Störung nimmt nur solche Ausmaße an, als dass die Kommunikation weiterhin anschlussfähig und das System weiter bestehen bleibt (vgl. Luhmann 2001, 110).
Dieser Zusammenhang zwischen Bewusstsein und Kommunikation wird nun etwas genauer behandelt. Kommunikation kann zwar, wie bereits erwähnt, nur innerhalb des eigenen Systems kommunizieren, aber damit sie aufrecht erhalten bleibt, benötigt sie die Beteiligung des Bewusstseins (d.h. des psychischen Systems). Dieckmann formuliert das Verhältnis von Bewusstsein und Kommunikation auf diese Weise:
„Man muss zwischen Bewusstseinssystemen und Kommunikationssystemen streng unterscheiden (. . .) Soziale und psychische Systeme können niemals fusionieren. Beide Systeme bilden ein Verhältnis struktureller Komplementarität. Kein Bewusstsein kann operativ aus sich herausdenken. Kein Gesellschaftssystem kann mit seiner Umwelt kommunizieren. Sozialisation ist daher immer Selbstsozialisation und nicht Übertragung“ (Dieckmann2006, 144 ff.).
Auch wenn zwischen den beiden Systemen die Trennung bleibt, bzw. diese erhalten bleiben muss um das jeweilige System aufrechtzuerhalten, ist Bewusstsein sowohl ein strukturdeterminiertes System als auch als Medium der Kommunikation. Wie kann also Bewusstsein zugleich Medium als auch eigenes System sein? Hier nimmt das Bewusstsein eine Sonderposition ein – es kann zum einen das System Kommunikation stören, irritieren, den Ablauf der Kommunikation in die eine oder andere Richtung anregen, jedoch nie direkt beeinflussen bzw. instruieren. Zum anderen spielen die Wahrnehmungen eine wichtige Rolle.
Nur dem Bewusstsein ist es möglich Wahrnehmungen zu machen – aufgrund der Trennung der beiden Systemen können diese nicht direkt weitergeleitet werden, aber es können „Berichte“ über diese Wahrnehmungen (möglich durch die Beobachtung 2. Ordnung) die Kommunikation anregen und dieser die Wahl des einen oder anderen Themas „schmackhafter“ machen, ohne dabei selbst Kommunikation zu sein. Mit anderen Worten, die systemeigene Umwelt dient als Anreger für das System. Dem Bewusstsein kommt hier allerdings noch eine Sonderstellung zu, so behauptet Luhmann:
„(. . .) die Kommunikation (lässt) sich nur durch Bewusstsein reizen (. . .), und nicht durch physikalische, chemische, biochemische, neurophysiologische Operationen als solche. Radioaktivität, Smog, Krankheiten aller Art mögen zunehmen oder abnehmen; das hat keinen Einfluß auf die Kommunikation, wenn es nicht wahrgenommen, gemessen, bewusst gemacht wird und dann den Versuch stimuliert, darüber nach Regeln der Kommunikation zu kommunizieren. Selbst in einem abstürzenden Flugzeug kann über den Absturz nur kommuniziert werden, wenn er bemerkt wird. Der Absturz selbst kann die Kommunikation nicht beeinflussen, sondern nur beenden.“ (Luhmann 2001, 122 ff.)
Aus diesem Zitat lässt sich schließen, dass es im System der Kommunikation nichts gibt, das ohne den Bezug auf Wahrnehmung und Bewusstsein entwickelt wird. Dennoch ist keine direkte, d.h. keine Beeinflussung 1:1 Beeinflussung möglich. Der Beeinflussung durch das psychische System sind auch aufgrund der Strukturdeterminiertheit und der Selbstreferenz des sozialen Systems noch kleinere Chancen eingeräumt. Aufgrund des selbstreferenziellen „Verhaltens“ können nur all jene Wahrnehmungen als Störung bzw. Reiz verstanden werden, die auch in das Konzept und in die Struktur des Systems passen. Diese von statten gehende indirekte Beeinflussung bringt aber auch Möglichkeiten mit sich. Erst durch eine Schließung bzw. durch eine Eingrenzung der Optionen entsteht die Grundlage zur Beobachtung, die dem System stete Selbstaktualisierung und Reflexion ermöglicht. Selbstaktualisierung und damit einhergehend die ständige Weiterentwicklung kann als Ausgangspunkt einer immer komplexer und ausdifferenzierter werdenden Kommunikation gesehen werden (vgl. Luhmann 2001, 125 ff.).
Zu den wesentlichen Elementen der Kommunikation im Alltagsverständnis gehört die Sprache. Betrachtet man Sprache und ihre Positionierung im Theoriekonstrukt Luhmanns, so zeigt sich ein anderes Bild. Sprache stellt neben einer Weiterentwicklung bzw. einer komplexeren Ebene der Kommunikation auch ein wichtiges „Werkzeug“ zur Ausgestaltung gesellschaftlicher Strukturen dar. Mittels Sprache können aus (komplexen) Wahrnehmungszusammenhängen Prozesse herausgefiltert werden, Sprache, so Dieckmann „sichert die Reflexivität des Kommunikationsprozesses ab“(Dieckmann 2006, 287).
Die Entwicklung der Sprache brachte für die Kommunikation eine starke Ausbreitung ihrer Wirkungsmöglichkeiten mit sich, u. a. durch die Entstehung von Schrift, Buchdruck und Funk. Kommunikation die bis dahin abhängig von der Anwesenheit der Beteiligten d.h. der beteiligten Systeme war, entwickelte neue Methoden, die es ihr nun erlauben zu kommunizieren auch wenn sich die Beteiligten an verschiedenen Orten befinden. Der Wegfall von davor bestehenden direkten Kontrollen führt dazu, dass eine Ablehnung der Kommunikation erleichtert wird und somit die Unwahrscheinlichkeit von stattfindender Kommunikation verringert wird.
Um dieses Problem zu lösen, entwickelten sich symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien, d.h. um die Wahrscheinlichkeit der Ablehnung zu verringern, werden andere Formen gesucht, die eine Annahme des Vorschlages unterstützen. Um einen Vergleich zur modernen Gesellschaft herzustellen könnte man zu diesen Formen Motivation zählen. Motivation bedingt durch Anbieten von Geld, durch eine Androhung mit Gewalt, durch Einsichtigmachen der Wahrheit passieren (vgl. Staubmann 2007, 224). Zu den wichtigsten Beispielen dieser Medien gehören nach Luhmann, Wahrheit, Liebe, Eigentum/Geld, Macht/Recht, und bis zu einem gewissen Ausmaß auch gesellschaftliche Grundwerte.
3.5 Emotionen in der Systemtheorie Luhmanns:
Die Bedeutung von Gedanken und somit auch von Emotionen im psychischen System (d.h. im Bewusstsein) und ihre Möglichkeiten zur Störung und Beeinflussung der Kommunikation würden darauf schließen lassen, dass den Emotionen bei Luhmann eine explizit wichtige Rolle zukommt. Sein Begriff der Interpenetration zwischen biologischen, sozialen und psychischen Systemen stimmt zwar in vielen Bereichen auch mit der Auffassung Luc Ciompis überein, dennoch spricht Luhmann den Emotionen nicht die Rolle einer grundlegenden Kraft zu, welche „die ganze Systemdynamik erst in Schwung bringt und zugleich organisiert“ (Ciompi, 1997, 241).
„Gefühle sind für Luhmann lediglich „in erster Linie kulturell kodierte Transaktionselemente in selbstorganisatorischen sozialen Kommunikationsprozessen“ (Ciompi, 1997, 240).
Am Beispiel des symbolisch generalisierten Kommunikationsmediums „Liebe“, das Niklas Luhmann vor allem in seinem Werk „Liebe als Passion“ behandelt, wird deutlich, dass Liebe per se kein Gefühl ist, sondern getreu des Prinzips der Codierung, die in der Luhmannschen Theoriebildung eine große Rolle spielt, einen Kommunikationscode darstellt „nach dessen Regeln man Gefühle ausdrücken, bilden, simulieren, anderen unterstellen, leugnen und sich mit all dem auf die Konsequenzen einstellen kann, die es hat, wenn entsprechende Kommunikation realisiert wird“ (Luhmann zit. nach Ciompi 1997, 240).
Somit befasst sich Luhmann nicht direkt mit den Wirkungen von Affekten auf das kollektive Denken, sondern nur indirekt über die Rolle von sozialen Systemen als Kommunikations- und Sinnsysteme, beziehungsweise Problemlösungssysteme, oder Möglichkeiten der Komplexitätsreduktion durch sinngebende Selektion aus der komplexen Umwelt. Daraus ergibt sich, dass Emotionen, die in der Kommunikation, d.h. die im sozialen System vermittelt werden, keinem individuellen Gefühl entsprechen, sondern einem gemeinsamen Wert, über dessen Bedeutung sich die Beteiligten (zumeist) im Klaren sind. Gefühlen - als Reize des psychischen Systems - wird zwar nicht ihre Existenz abgesprochen, aber ihr Rahmen - in denen sie als Beeinflussung wirksam sein können - wird durch die nur indirekte Möglichkeit zu beeinflussen, stark eingeschränkt. So bemerkt Luhmann am Ende seiner Schrift „Wie ist Bewusstsein an der Kommunikation beteiligt?“:
„Ob ich meine, was ich sage, weiß ich nicht. Und wenn ich es wüsste, müsste ich es für mich behalten“ (Luhmann 2001, 132).
4. Fazit
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass sich folgende Vergleiche (Gemeinsamkeiten wie auch Unterschiede) ziehen lassen:
- Luhmann trennt klar mentale und soziale Systeme voneinander. Diese Systeme sind in einem co-evolutionären Prozess entstanden, d.h. sie bedingen einander zwar und können einander beeinflussen, bleiben dabei aber stets separate Systeme. - Ciompi sieht den Kern seines System im Zusammenwirken von affektiven und kognitiven Komponenten – oder Fühlen und Denken – in sämtlichen psychischen, als auch physischen Leistungen
- bei Luhmann stehen Emotionen/Affekte nicht im Zentrum, sondern sie beeinflussen das soziale System nur indirekt in ihrer Funktion als externe Störung bzw. Anstoß. Ihre Existenz wird von Luhmann nicht angezweifelt, jedoch ist der Rahmen in denen sie wirken, eingeschränkt. - Ciompi sieht den Menschen immer in einer Gestimmtheit, er kann niemals affektfrei sein.
- Luhmann sagt, dass Systeme aufgrund ihrer Strukturdeterminiertheit handeln, d.h. dass jedes System in dem, von der Struktur vorgegebenen Rahmen agieren kann, an denen sich auch die Prozesse orientieren. - Ciompi geht von FDV-Programmen (Fühl, Denken, Verhaltensprogrammen) aus, die ab dem Zeitpunkt unserer Geburt Schemata entwickeln - die sich laufend aktualisieren und neu bilden. Wie oben angeführt, zeigt sich, dass die beiden Theoriekonstrukte die sich aus sehr unterschiedlichen Hintergründen entwickelt haben, bei genauerer Betrachtung viel mehr Gemeinsamkeiten aufweisen, als wie man zunächst vermuten könnte. Trotz der Überschneidungen in einigen Bereichen zwischen Luhmann und Ciompi , sind dennoch signifikante Differenzen zu erkennen.
Literaturverzeichnis
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Dieckmann, Johann (2004): Luhmann-Lehrbuch. Wilhelm Fink Verlag: München Dieckmann, Johann (2006). Schlüsselbegriffe der Systemtheorie. Wilhelm Fink Verlag: München Dziewas, Ralf (1992): Der Mensch – ein Konglomerat autopoietischer Systeme. In: Krawietz, Werner & Welker Michael (Hrsg.) (1992): Kritik der Theorie sozialer Systeme. Auseinandersetzungen mit Luhmanns Hauptwerk. Suhrkamp Verlag: Frankfurt am Main. S. 113-132 Ehlers Margret (2002): Der moderne Mensch in der Stressfalle. Welt am Sonntag Nr. 52 –29. Dezember 2002 Guggenberger, Wilhelm (1998): Niklas Luhmanns Systemtheorie. Eine Herausforderung der christlichen Gesellschaftslehre. Innsbruck/Wien: Tyrolia Klassen, Michael (2004): Was leisten Systemtheorien in der Sozialen Arbeit? Ein Vergleich der systemischen Ansätze von Niklas Luhmann und Mario Bunge. Hauptverlag: u.a. Wien Luhmann, Niklas (21988): Soziale Systeme. Suhrkamp Verlag: Frankfurt am Main Luhmann, Niklas (2001): Die Unwahrscheinlichkeit der Kommunikation. In: Jahraus, Oliver (Hrsg.) (2001): Niklas Luhmann: Aufsätze und Reden. Reclam. S.76-93 Luhmann, Niklas (2001): Was ist Kommunikation? In: Jahraus, Oliver (Hrsg.) (2001): Niklas Luhmann: Aufsätze und Reden. Reclam. S. 94-110 Luhmann, Niklas (2001): Wie ist Bewußtsein an Kommunikation beteiligt? In: Jahraus, Oliver (Hrsg.) (2001): Niklas Luhmann: Aufsätze und Reden. Reclam. S. 111-136 Munter, Werner (2003): 3×3 Lawinen. Risikomanagement im Wintersport. Bergverlag: Rother Staubmann, Helmut (2007): Sozialsysteme als selbstreferentielle Systeme: Niklas Luhmann. In: Bauer, Eva/ Meleghy, Tamás/ Morel, Julius/ Niedenzu, Heinz-Jürgen/ Preglau, Max & Staubmann, Helmut (2007): Soziologische Theorie. Abriss der Ansätze ihrer Hauptvertreter. 8. Auflage. Oldenburg Verlag: u.a. Wien. S.218-239 Welker, Michael/ Krawietz, Werner (Hrsg.) (1992): Kritik der Theorie sozialer Systeme. Auseinandersetzungen mit Luhmanns Hauptwerk. Frankfurt am Main: Suhrkamp
Weblink:
Ciompi, Luc (2008): „Luc Ciompi Biographie“ entnommen am 23. Oktober 2008 unter http://www.ciompi.com/de/biographie.html