Mediale Darstellung von Essstörungen

Körperideale prägen Konsumverhalten

Das Thema „Essstörungen“ ist in den letzten Jahren in der breiten Öffentlichkeit zunehmend vorhanden. Christian Zitt beschreibt in seinem Buch „Vom medialen Körperkult zum gesellschaftlichen Krankheitsbild“, dass die Darstellung des von Krankheiten geprägten, menschlichen Körpers in den Medien eine immer größere Beachtung findet. Die Frauen in der Medienwelt sind zunehmend dünner geworden, da Schlankheit, jugendliches Aussehen und körperliche Fitness als Ideal gelten. Der Körper wird zum Statussymbol. Die genormte Schönheit führt zu Verunsicherung und einem negativen subjektiven Körperbild bei den Konsumenten. Dies scheint zur Entstehung von Essstörungen beizutragen.1)

Österreich isst sich krank

Die Studie „Österreich isst sich krank“, die Ende Januar dieses Jahres veröffentlicht wurde, zeigte, dass sich der Großteil der Österreicher falsch ernährt. Gemäß dieser Umfrage legen nur 24% der Österreicher Wert auf eine gesunde Ernährung. Besonders junge Frauen sind an der Erkrankung von Essstörungen gefährdet. Es wird vermutet, dass schon 5% der Mädchen zwischen 12 und 18 Jahren daran leiden.2)

Gesteuertes Konsumverhalten fördert Essstörungen

Schon im Jahre 2007 wurde ebenfalls in einem Kongress der Österreichischen Gesellschaft für Essstörungen der Zusammenhang zwischen medial vermittelten Schönheitsidealen und der Prädisposition für Essstörungen erläutert. Dabei wurde festgestellt, dass Bilder von schlanken Models negative Auswirkungen auf das Körperbild von Konsumenten haben und wie wichtig ein respektvoller Umgang mit Essstörungen und Öffentlichkeit bzw. Öffentlichkeitsarbeit sein sollte. Es sollte daher darauf geachtet werden, welche Bilder und Informationen wie in den Medien erscheinen.3)

Initiative für ein vitales, feminines Bild

Die Stadt Wien in Österreich startete 2007 mit Hilfe von Prominenten aus den Bereichen Politik, Mode, Werbung, Wirtschaft, Industrie und Show-Business die „Initiative S-O-Ess“. Diese soll unter dem Motto „Nobody is perfect“ gegen unerreichbare Schönheitsideale ankämpfen. Durch Tätigkeiten, wie das Verhindern von Magermodels auf Laufstegen und Fotos, das Verbieten von Models unter 15 Jahren und das ausschließliche Zulassen von Kleidungsgrößen ab 34, sollte ein gesundes Frauenbild verstärkt werden.4)

Ansätze zur Bekämpfung dieser Krankheiten

Mit dem Thema Magersucht und Bulimie beschäftigten sich auch die Bundesregierungen anderer Länder im Zusammenhang mit dem Jugendmedienschutz. Die Essstörungen sollen durch die Verbannung von dürren Models aus Werbungen und Modeschauen verringert werden. Eine intensive Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Essstörungen durchzuführen, um die Gefahren dieser Erkrankung zu verdeutlichen und ein Problembewusstsein bei der Bevölkerung zu entwickeln, ist dringend zu forcieren. Jedoch sollten diese Informationen seriös verbreitet werden und die Szenierung solcher Krankheiten nicht das Vorkommen von Essstörungen verstärken.5)

Quellen:

  • „Vom medialen Körperkult zum gesellschaftlichen Krankheitsbild“ - Christian Zitt, Praesens-Verlag 2008
  • http://science.orf.at/science/news/41006 - Gallup-Umfrage: Österreich isst sich krank
  • www.oeges.or.at (Österreichische Gesellschaft für Essstörung) - Newsletter Frühjahr 2008
  • www.leben-hat-gewicht.de - Was passiert in unseren Nachbarländern?
  • „Haushalt und Ernährung im Wandel“ vom Bundesministerium für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten [1994]
1) „Vom medialen Körperkult zum gesellschaftlichen Krankheitsbild“ - Christian Zitt, Praesens-Verlag 2008
2) http://science.orf.at/science/news/41006 - Gallup-Umfrage: Österreich isst sich krank
3) www.oeges.or.at (Österreichische Gesellschaft für Essstörung) - Newsletter Frühjahr 2008
4) www.leben-hat-gewicht.de - Was passiert in unseren Nachbarländern?
5) „Haushalt und Ernährung im Wandel“ vom Bundesministerium für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten [1994]